Donnerstag 17. August 2017

Einsatz für Demokratie heißt Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit

 

[Wien, 7.7.2017, PA] Ihren Einsatz für die Wahrung demokratischer Grundwerte und einer demokratisch verfassten gesellschaftlichen Ordnung  bekräftigt die Katholische Frauenbewegung Österreichs angesichts wahrnehmbarer Bestrebungen aktiver politischer Kräfte, demokratische Grund- und Freiheitsrechte infrage zu stellen: „Immer wenn demokratische Freiheiten beschränkt werden, wird es auch für Frauen enger“, so Veronika Pernsteiner, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs. Zu ihrer diesjährigen Sommerstudientagung vom 11. bis 15. Juli in Knappenberg in Kärnten hat die Katholische Frauenbewegung die Historikerin und Feministin Gabriella Hauch, Professorin für Geschichte der Neuzeit mit Schwerpunkt Frauen- und Geschlechtergeschichte  an der Universität Wien, zu einem Streifzug durch die Geschichte katholischer Frauenvereine und –organisationen eingeladen: „Die Auseinandersetzung mit der Historie bestärkt uns in unserem gegenwärtigen Selbstverständnis, als Katholische Frauenbewegung  politisch gestaltend aufzutreten, für Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit einzutreten, insbesondere, wenn diese angegriffen zu werden drohen und sich autoritäre politische Tendenzen durchsetzen“,  so Pernsteiner. Die Sommerstudientagung im 70. Jahr des Bestehens der Katholischen Frauenbewegung Österreichs widmet sich dem generellen Bildungsthema „Frauen.Leben.Stärken – Stärken leben“.

Im Einsatz für Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit liege der Katholischen Frauenbewegung Österreichs überdies sehr daran, mit anderen Frauen und Frauenorganisationen zu kooperieren und als Bündnis aufzutreten – so etwa als Mitglied des Österreichischen Frauenrings, aber auch als Partnerin zahlreicher Initiativen auf ökumenischer oder zivilgesellschaftlicher Ebene. „Wir wissen dabei Papst Franziskus im Rücken, wenn er, wie in einem Interview mit Radio Vatikan im Jahr 2013 erklärt, es als ein ´Muss´ für ChristInnen betrachtet, sich in die Politik einzumischen“. Politik, so der Papst in diesem Interview, sei „eine der höchsten Formen der Nächstenliebe, denn sie sucht das Gemeinwohl. Und die Laien müssen sich in der Politik einsetzen“.

 

Für die organisierten katholischen Frauen war es in der Geschichte ein langer Weg dahin, geprägt von Ambivalenzen, so die Historikerin Gabriella Hauch, die in den 70er- und 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts in einer Partei-ungebundenen Frauengruppe als Teil der neuen Frauenbewegung selbst aktiv war: „Die katholischen Frauenvereine, die sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts gebildet haben, haben die bürgerliche Gesellschaftsordnung wie sie im ABGB von 1811 niedergelegt war und bis 1975 rechtlich Gültigkeit hatte, goutiert. Gleichzeitig waren sie dem Vereinsrecht unterworfen, das  Frauen gemeinsam etwa mit ‚Schwachsinnigen‘ von politischer Betätigung ausschloss. Aber: es gab Ausreißer.“ Dazu zählten etwa Frauenvereine in Oberösterreich, die sich  in den 1870er-, 1880er-Jahren mit einem aufblühenden Deutschnationalismus konfrontiert sahen: „Diese Frauenvereine sind gegen den Hedonismus der Burschenschaften aufgetreten,“ so Hauch. Ergebnis sei ein „Kulturkampf“ gewesen „zwischen einem Liberalismus mit deutschnationaler Schlagseite, der sich hin zu Biologismus und Rassismus entwickelte, und Katholizismus andererseits.“ Katholische Frauen haben sich dabei als „politische Akteurinnen“ erwiesen, „obwohl sie gleichzeitig das Dogma des Unpolitischen von Frauen vertraten“. Diese „Gleichzeitigkeit“ bzw. „Ambivalenz“ sei für sie als Historikerin, so Hauch, „faszinierend“.

 

Nach dem Ersten Weltkrieg habe die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründete „katholische Reichsfrauenorganisation“, die Vorläuferin der gegenwärtigen Katholischen Frauenbewegung Österreichs, den Versuch unternommen, einen politischen, christlich-sozialen Frauenbund zu gründen, so Hauch. Das sei den Frauen aber von der christlich-sozialen Partei sowie seitens der kirchlichen Hierarchie verboten worden. „Es wurde als ´des Teufels´ erachtet, dass Frauen Politik machen“. Angetreten waren die katholischen Frauen mit dem Anspruch, dass „das Weibliche in der Politik“ diese Politik verändere. Sie engagierten sich allen Widerstände zum Trotz in den 20er-Jahren etwa für das Recht von Frauen auf Bildung und verbündeten sich dabei mit Frauen anderer politischer Strömungen. 1933 hat die katholische Reichsfrauenorganisation die Demontage der demokratischen Republik Österreich befürwortet, so Hauch: „Ich befürchte, dass sie es bereut hat“.

 

Die Katholische Frauenbewegung Österreichs, wie sie heute besteht, wurde 1947 gegründet. In die sogenannte „neue“ Frauenbewegung der 1970-er und -80-er-Jahre hat sie sich aktiv eingeklinkt. Sie versteht sich als Anwältin der Frauen auf der Basis eines christlichen Welt- und Menschenverständnisses und engagiert sich in diesem Sinne für Geschlechtergerechtigkeit im Bereich von Gesellschaft und Kirche national wie international.

 

 

 

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