Freitag 23. Juni 2017

Die Kraft der Frauen entdecken

Katholische Frauenbewegung Österreichs lädt zur Reflexion über das angeblich schwache Geschlecht und die Kraft der Frauen ein

"Die Kraft ist weiblich." Unter diesem Motto feierte die Katholische Frauenbewegung Österreichs heuer ihren 60.Geburtstag. Nun lädt sie ihre Mitglieder ein, der eigenen, weiblichen Kraft nachzuspüren und Gott als Kraftquelle zu entdecken. In diesem Arbeitsjahr  sollen sich die rund 200.000 kfb-Frauen fragen, ob sie sich selbst als schwaches Geschlecht sehen oder erkennen, wieviel Großes durch weibliche Kraft gerade im Kleinen jeden Tag bewirkt wird. In der persönlichen Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben sowie im Gespräch und im Erfahrungsaustausch in der kfb-Runde sollen die Frauen erörtern, wie ihre Kraft in der Familie, in Kirche,  Politik und Welt wirksam wird.

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Mit  3.500 Plakaten macht die kfbö auf dieses Jahresthema aufmerksam. Sie können über die diözesanen kfb-Stellen bezogen werden oder hier bestellen.
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Die Kraft ist weiblich
Denkanstöße zum aktuellen Jahresthema
Spannungsgeladenes Thema:
Was liegt mir dazu „auf der Zunge“?
Was liegt mir „am Herzen?
Was liegt mir „im Magen“?

Ist die Kraft weiblich, oder verstehen auch wir selbst uns als das „schwache Geschlecht“, obwohl Frauen weltweit tagtäglich mit ihrer Kraft Großes leisten, gerade auch im Kleinsten?

Wie wäre es um unsere Welt bestellt ohne die Kraft der Frauen für Familie, Beziehung, Beruf…?

Gesellschaft und Kirche leben nicht zuletzt durch das Engagement von Frauen die ihre Talente auch außerhalb des unmittelbar persönlichen Bereichs einsetzen.

Wenn ich mich auf meine eigene Kraft besinne, schließe ich die Kraft der Anderen nicht aus sondern mich mit meiner Kraft ein.

Wir sind es eher gewöhnt, uns über unsere Schwächen auszutauschen – Tauschhandel der Stärken gefragt!

Die kfb will die weibliche Kraft bewusst machen
                                                 bündeln – Verbündete suchen
                                                 einsetzen – „Kraftfelder“: Familie, Umfeld
                                                                                             Kirche
                                                                                             Politik
                                                                                             Welt


Kraft laut Lexikon: „Die Fähigkeit, etwas Schweres zu tun, etwas zu bewirken.“
Ist das unweiblich?

Facetten weiblicher Kraft

  • Logik des OBWOHL oder TROTZDEM entgegen der WEIL – Logik: Engagement, obwohl kein schneller Erfolg winkt, trotz Schwierigkeiten mit Beharrlichkeit an Dingen dran bleiben, sie immer wieder einfordern
  • Geduld: kein statisches Verharren, sondern die Fähigkeit, Dinge werden zu lassen
  • Zufrieden sein: sich von Erreichtem anspornen lassen statt sich zufrieden geben also zu resignieren
  • Sich beunruhigen lassen: keine seelische Hornhaut haben, die Umwelt sensibel wahrnehmen und wie die Unruhe, das Herzstück der mechanischen Uhr auch andere „antreiben“
  • Freude am Anzünden und Entzündet werden: mit „Feuer und Flamme“ dabei sein, Wichtigkeit der „Dosis“ - Ausbrenngefahr
  • Mitgefühl und Sensibilität: speziell für die Ungleichzeitigkeit vieler Entwicklungen, was den Einen noch utopisch erscheint, ist für Andere bereits Schnee von gestern, daher braucht es motivierendes Miteinander, einander zuhören, aufeinander hören.
  • Schüren der Glut statt Pflege der Asche: Frauen sind von alters her Hüterinnen des Feuers, ihnen ist die Glut ein Anliegen nicht das Strohfeuer schneller Begeisterung
  • Träume und Visionen nicht verbieten lassen: ich muss mir vorstellen, wie die Welt sein könnte um mich dafür einzusetzen
  • Tanzend vorangehen: Krankjammern hilft auf Dauer nicht. Die biblische Miriam fand tanzend Mittanzende. Sie wartete nicht darauf, dass endlich alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt und Grund zum Tanzen wäre, sie war ansteckend und anspornend, gerade diese Schwierigkeiten anzugehen.
  • Frauen als „5. Provinz“: Die irische Präsidentin Mary Robinson sagte bei ihrer Antrittsrede „Wir alle wissen, dass es nur 4 geographische Provinzen auf dieser Insel gibt, ich möchte die 5. eröffnen. Sie ist nicht irgendwo im Norden, Osten, Süden, Westen sondern in jeder/m von uns. Sie ist die schwingende Tür, die uns das Wagnis erlaubt, herauszugehen, und den Anderen das Abenteuer ermöglicht, hereinzukommen.
Handlungsfelder weiblicher Kraft

Es kommt auf meine Entscheidung an

  • ob ich mich mit meinen Talenten einsetze für das Reich Gottes oder nicht
  • ob mir gesellschaftliche „Zustände“ egal sind oder nicht
  • ob mich die Ungerechtigkeiten dieser Welt berühren oder nicht
  • ob meine Welt am eigenen Gartenzaun endet oder darüber hinaus geht….
Handlungsfeld Familie:Mütterlichkeit als weiter Begriff, Mutter sein – Frau bleiben
Gute Balance zwischen Ideal und Wirklichkeit
Handlungsfeld Kirche:Berufung als Getaufte und Gefirmte
Alles wahrnehmen, was möglich ist
Vom „Nischendasein“ ins Gemeindeleben
Handlungsfeld Politik:Frauen brauchen MACHT (etwas machen können!)
Politisches Handeln beginnt mit Interesse an den „vorderen Seiten“ der Tageszeitung
Politisches Handeln braucht Verbündete in Sachfragen
Kennedy „Wenn wir einig sind, gibt es wenig, was wir nicht tun können, sind wir uneins gibt es wenig, das wir tun können!
Handlungsfeld Welt:Endet mein Weltverständnis beim internationalen Speisezettel?
Globalisierung als Gestaltungsauftrag nicht als Schicksalsschlag
Zusammenhänge aufzeigen: was läuft bei uns schief?
Als Anwältinnen der Gerechtigkeit agieren
Teilen statt Beteilen
Hinhören und ermächtigen
 

Der Hintergrund unseres Einsatzes als Frauen in all diesen Handlungsfeldern ist der Auftrag des Evangeliums, ein Glaube, der mehr ist als „Wellness für die Seele“, ein Glaube, der uns anspornt, unsere von Gott geschenkten Kräfte wirksam werden zu lassen.

Im Vaterunser beten wir: …..dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Diese Kraft Gottes brauchen auch wir Frauen immer wieder, um für uns und alle spürbar zu werden und unseren Beitrag zum „Leben in Fülle“ zu leisten.

Ein von Marie von Ebner -Eschenbach zum Schluss:

„Der Himmel braucht uns so, wie wir die Fackeln. Sie leuchten nicht für sich. Wenn unsere Kraft nicht strahlt nach außen hin, wär’s ganz so gut, als hätten wir sie nicht!“

 

Behelf:
Gottesdienst zum Jahresthema "die Kraft ist weiblich" aus dem Behelf der Katholischen Frauenbewegung der Diözese Linz.
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Festrede: Die Kraft ist weiblich
Festrede der kfbö-Vorsitzenden Margit Hauft beim Festakt zum Jubiläum "60 Jahre Katholische Frauenbewegung Österreichs" am 2.Juni 2007 in Salzburg
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Arbeitsunterlage zum Jahresthema

Die Katholische Frauenbewegung in Oberösterreich hat zum Jahresthema ein Arbeitsunterlage zusammengestellt, in der es neben dem Gottesdienst auch ein Arbeitsblatt sowie  Anregungen für das Gespräch zum Jahresthema in der Frauengruppe gibt.


Die Arbeitsunterlage kostet € 6.- +Porto.

Sie kann bestellt werden bei der Katholischen Frauenbewegung in Oberösterreich:

Kapuzinerstraße 84

4020 Linz
Tel: 0732/7610-3441

E-Mail: kfb@dioezese-linz.at

Katholische Frauenbewegung Österreichs, A-1010 Wien, Spiegelgasse 3/2/7
Tel: 01-51552-3695, Fax: 01-51552-3764, E-Mail: office@kfb.at
http://www.kfb.at/