Tuesday 16. July 2019

Wandel wagen!

Gemeinsam für eine Zukunft aus eigener Kraft

 

 

Die Erde steht unter Stress. Trotz nie dagewesener technologischer Entwicklungen und materieller Reichtümer sind wir heute mit einer Reihe von Krisen konfrontiert. Umweltzerstörung und Klimawandel stellen eine ernsthafte Bedrohung für das Leben auf unserem Planeten dar. Zugleich erleben wir weltweit weiterhin skandalöse Ungleichheiten. Selbst in wohlhabenden Ländern, leiden immer mehr Menschen unter Konkurrenz, Abstiegsängsten und Leistungsdruck. Und auch unsere politischen Systeme stecken in der Krise. Viele Menschen fühlen sich von den Regierenden nicht repräsentiert und haben den Glauben, ihre Gesellschaft mitgestalten zu können verloren.

 

Frauen sind von dieser Vielfachkrise besonders betroffen. Sie leisten einen Großteil der unbezahlten Arbeit und tragen in vielen Haushalten die Verantwortung für das Überleben der Familie. Trotzdem verfügen sie über 

 

deutlich weniger Einkommen und Entscheidungsmacht als Männer. Aufgrund dieser strukturellen Benachteiligung sind Frauen auch in Krisenfällen oft die ersten die Opfer bringen müssen.

 

Diese Probleme lassen sich nicht getrennt voneinander lösen. Sie alle hängen mit der Grundorientierung unseres gegenwärtigen Gesellschaftssystems zusammen – eines Systems, das nur die Logik von Profit und Wachstum kennt. Wollen wir die Vision eines guten Lebens für alle Menschen Wirklichkeit werden lassen, brauchen wir daher einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel – hin zu einem System, das auf Genügsamkeit, Kooperation und Solidarität beruht, statt auf Wachstum, Konkurrenz und Ausbeutung.

 

Zahlreiche Initiativen erproben bereits heute diesen Wandel. Wir finden sie in indigenen Gruppen, die ihr Land gemeinschaftlich besitzen und bearbeiten, bei Kleinbäuer*innen, die nicht für Geld, sondern die Bedürfnisse ihrer Gemeinschaft produzieren, aber auch in Foodcoops und anderen Netzwerken, die hierzulande solidarische und nachhaltige Alternativen aufbauen. Lassen Sie uns von diesen Initiativen lernen, lassen Sie uns den Wandel wagen!

 

Tansania - WODSTA wagt den Wandel und verändert Leben!

 

In den ländlichen Gebieten Tansanias gibt es kaum Zugang zu elektrischer Energie. Die meisten Familien kochen daher auf offenem Feuer. Doch die Brennmaterialien für die Öfen sind teuer und ihr hoher Energieverbrauch befeuert die Abholzung der umliegenden Wälder. Zudem schadet die Rauchentwicklung der Gesundheit.

 

Die kfb-Partner*innenorganisation „Women Development for Science and Technology Association“ (WODSTA) unterstützt Frauen dabei, energiesparende Öfen aus lokal verfügbaren Ressourcen zu entwickeln. So erlangen die Frauen wirtschaftliche Unabhängigkeit und können aufgrund ihres technologischen Know-hows ihre gesellschaftliche Stellung verbessern. Mit ihrem Engagement treiben die Frauen von WODSTA so einen umfassenden sozial-ökologischen Wandel in ihren Dörfern voran. [mehr über WODSTA lesen]

 

 

Mehr Informationen zum Thema finden Sie:

 

 

Hier können Sie außerdem herunterladen:

 

 

Buchtipps:

 

  • Acosta, Alberto/Brand, Ulrich (2018): Radikale Alternativen. Warum man den Kapitalismus nur mit vereinten Kräften überwinden kann. München: Oekom.
  • Brand, Ulrich/Wissen, Markus (2017): Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur in Zeiten des globalen Kapitalismus. München: Oekom.
  • Bregmann, Rutger (2017): Utopien für Realisten. Die Zeit ist reif für die 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.
  • Duchrow, Ulrich (2013): Gieriges Geld. Auswege aus der Kapitalismusfalle. Befreiungstheologische Perspektiven. München: Kösel Verlag.
  • I.L.A. Kollektiv/Kopp, Thomas (2017, Hg.): Auf Kosten Anderer? Wie die Imperiale Lebensweise ein gutes Leben für alle verhindert. München: Oekom.
  • Klein, Naomi (2016): Die Entscheidung. Kapitalismus versus Klima. Frankfurt am Main: Fischer.
  • Konzeptwerk Neue Ökonomie e.V/DFG-Kolleg Postwachstumsgesellschaften (2017, Hg.): Degrowth in Bewegung(en): 32 alternative Wege zur sozial-ökologischen Transformation. München: Oekom.
  • Papst Franziskus (2015): Enzyklika Laudato si‘. Über die Sorge für das gemeinsame Haus. Vatikan: Vatikan Druckerei.
  • Solón, Pablo (2018, Hg.): Systemwandel. Alternativen zum globalen Kapitalismus. Wien: Mandelbaum.
  • Sommer, Bernd/Welzer, Harald (2017): Transformationsdesign. Wege in eine zukunftsfähige Moderne. München: Oekom.
  • Winkler, Gabriele (2015): Care Revolution. Schritte in eine solidarische Gesellschaft. Bielefeld: transcript.

 

Den Wandel wagen in Tansania

 

 

Rehema Onesma hat in einem Energieklub von WODSTA gelernt, Energiesparöfen zu bauen. Heute kann sie nicht nur davon leben, sondern gibt das Wissen um diese neue Technologie an andere Frauen in ihrem Dorf weiter und wird sogar an einer Fachschule unterrichten.

Katholische Frauenbewegung Österreichs Katholische Frauenbewegung Österreichs, Referat für Entwicklungspolitik - Aktion Familienfasttag
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