Friday 18. October 2019

Entwicklungspolitische Frauenförderung soll zentrales Thema in Wissenschaft und Medien werden

Katholische Frauenbewegung Österreichs zeichnete Personen mit den Herta Pammer-Preisen 2011 aus, die im wissenschaftlichen und medialen Bereich Herausragendes für das Anliegen der entwicklungspolitischen Frauenförderung geleistet haben. Die Preise ergingen in der Kategorie Wissenschaft an Mag.a Johanna Neuhauser, Dr.in Doris Huber und Dr.in Eva Klawatsch-Treitl und im Bereich Medien an Radio Afrika TV und Mag.a Veronika Mauler.

Am Dienstag, 7. Juni 2011 verlieh die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfbö) im C3 - Centrum für Internationale Entwicklung in Wien zum siebten Mal die Herta Pammer-Preise. Margit Hauft, Vorsitzende der kfbö, stellte allem voran das vorbildhafte entwicklungspolitische Engagement von Prof.in Herta Pammer, kfb-Vorsitzende (1957-1978) und Initiatorin der Aktion Familienfasttag. Denn wie Christa Wolfs Romanheldin Kassandra war sie sich immer ihrer Wurzeln bewusst und hatte den Mut, die „wirklichen Verhältnisse der Gegenwart" zu sehen und gegen alle Widerstände zu handeln. Darum und weil Frauenförderung noch immer „kein Allerweltsthema" ist, misst die kfbö dem Blick auf Themen und Anliegen der entwicklungspolitischen Frauenförderung mit den Herta Pammer-Preisen so große Bedeutung bei.

 

Wichtige Erkenntnisse für Entwicklungspolitik und Geschlechterforschung
Zwischen Anpassung und Widerstand. Hausarbeiterinnen in Recife/Brasilien - Subjektbildung und ihre strukturellen Bedingungen im peripheren Kapitalismus" heißt der Titel der Diplomarbeit von Mag.a Johanna Neuhauser, die den mit 1.500,- Euro dotierten Hauptpreis in der Kategorie Wissenschaft erhielt. Die engagierte Wissenschafterin begreift die Hausarbeiterinnen als soziale Akteurinnen mit ihren Handlungslogiken und gewährt so einen interessanten Einblick in deren Arbeits- und Lebenswelten. Univ.-Prof.in Dr.in Petra Dannecker, die die Laudatio hielt, betonte insbesondere den innovativen Ansatz, die hervorragende Analyse und den „äußerst wertvollen wissenschaftlichen Beitrag" für Entwicklungs- und Geschlechterforschung hervor und hofft, „dass die Arbeit breit rezipiert wird, auch von politischen Akteuren, da wichtige Erkenntnisse generiert wurden."
  
Ausgezeichnet wurden auch Dr.in Eva Klawatsch-Treitl und Dr.in Doris Huber mit je 1.000,- Euro. Dr.in Eva Klawatsch-Treitl reichte ihre Dissertation „Entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisationen zwischen Markt und Staat. Grundlagen zum Entwicklungs- und Ökonomieverständnis entwicklungspolitischer AkteurInnen" ein, die nun auch im Mandelbaum Verlag erhältlich ist. Die Wirtschaftspädagogin und Ökonomin bietet anhand eines feministischen und heterodoxen Wirtschaftsverständnisses Perspektiven und Denkoptionen für eine Ökonomie an, die sich am Organisieren des Lebensnotwendigen und am Guten Leben für Frauen und Männer weltweit orientiert. Die Jury hat sie - wie ihre Laudatorin MMag.a Aleksandra Kolodziejczyk betont - nicht zuletzt mit ihrem handlungsorientierten Ansatz überzeugt: „Die Dissertation ist ein wesentlicher Beitrag zur entwicklungspolitischen Grundlagenforschung und eine wichtige Reflexionsgrundlage für AkteurInnen der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit."

  
 
Dr.in Doris Huber
beschreibt in ihrer Dissertation „Wenn du keine Bildung hast, hast du keine Befreiung. Die Entwicklung und Relevanz von generativen Schlüsselbegriffen zu Befreiung und Bildung für Frauen in Nicaragua" das Projekt „MIRIAM - Bildungsprojekt zur Frauenförderung" und stellt damit die Lebensrealität der Frauen in Nicaragua in den Mittelpunkt. Ausgehend von einem feministisch theologischen Ansatz und vor einem stark theoretischen Hintergrund evaluiert sie ein Projekt, das sie selbst leitet. Gerade die ausgezeichnete methodische Lösung dieser Doppelrolle als Wissenschafterin und Projektleiterin hat die Jury nachhaltig beeindruckt. „And on the top of everything", begeistert sich Dr.in Karin Schönpflug, „ist die Arbeit sehr gut lesbar, richtig spannend" und legt sie „einem größeren Publikum ans Herz".

 

Publizistisches Potenzial des Themas Frauenförderung

Die Verleihung der Preise in der Kategorie Medien leitete Dr.in Christine Haiden, Chefredakteurin der Welt der Frau, ein. Sie bedauerte, dass Frauenförderung als publizistisches Thema immer noch nicht „im Mainstream der Medien angekommen" ist. Dieses reiche Potenzial des Themas erkannten und nutzten - nach Ansicht der Jury - auf herausragende Weise die Preisträgerinnen und Preisträger in der Kategorie Medien.

 

Den mit 2.500,- Euro dotierten Hauptpreis erhielt das Team von Radio Afrika TV für das zweiteilige Filmprojekt „Usipoziba ufa - when you don't fix a crack" und „Wadau Walonga". Es besteht aus einer Spieldoku, die das Problem frühzeitiger Schwangerschaften in der tansanischen Gesellschaft aufzeigt, die von AIDS und Armut stark geprägt ist. Und aus einem zweiten Teil, der die Reaktionen und Diskussionen auf den Film bei öffentlichen Vorführungen in Schulen und tansanischen Dörfern dokumentiert. „Film und Diskussion machen Ursachen und Hintergründe für die Problematik von Schwangerschaften Minderjähriger in Tansania deutlich: Armut, Bildungsbenachteiligung von Mädchen, patriarchale Strukturen, der Clash von Tradition und modernen Einflüssen." So kam, wie die vielseitige Journalistin und Autorin Judith Brandner in ihrer Laudatio resümierte, „ein wunderbar aufklärerisches, pädagogisches und entwicklungspolitisches Projekt" zustande.

 

Den mit 1.000,- Euro dotierten Förderpreis erhielt Mag.a Veronika Mauler von Radio Stephansdom für ihre Reportagen „Kampf gegen Unterdrückung" über diskriminierte und wie Hexen verfolgte Frauen in Burkina Faso und „Wo Wein und Tränen fließen" über den schweren Lebensalltag von Farmarbeiterinnen in den Weinbauregionen des Western Cape/Südafrika. Sie wagt - in einer Zeit, in der sich der Journalismus oftmals gerne damit begnügt, „alles Neue zusammenzufassen" - nicht nur den Blick auf den Hintergrund, sondern beweist großes Talent „für das Radiophone". Die Jury hat sie - wie die ORF-Journalistin Mag.a Brigitte Handlos begeistert betonte - mit „ihrer sehr guten, sehr ausgewogenen Mischung an sehr interessanten, spannenden Gesprächspartnerinnen, an Atmosphäre, an O-Tönen, die Art wie sie es abgemischt hat," überzeugt. „Und sie hat sehr genau in alle Zwischentöne hineingehört und mit sehr anschaulichen Bildern gearbeitet, was im Radio natürlich das Wesentliche ist."

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

Pressephotos der Vorsitzenden

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