Tuesday 15. October 2019

"Wir fordern die Gleichberechtigung der Geschlechter in allen Religionen"

Starker Auftritt der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö) bei der Demo "20.000 Frauen" am Samstag, 19.3.2011 in Wien: "Wir lassen es nicht zu, dass Frauen unter dem Deckmantel von Religion oder Tradition unterdrückt werden, ihnen körperlich oder seelisch Schaden zugefügt wird", so die kfb-Vorsitzende Margit Hauft. "Frauen haben entdeckt, dass die Welt besser wird, wenn sie nicht mehr die Rollen akzeptieren, die ihnen das Patriarchat vorschreibt."

Gekleidet in weißen Westen mit dem Slogan "Weltweite Solidarität für eine frauengerechte Welt" zog Österreichs größte Frauenorganisation, die Katholische Frauenbewegung (kfb) anlässlich des 100. Internationalen Frauentags vom Stephansplatz über den Schwarzenbergplatz zum Parlament. Ihr Auftritt war sowohl zahlenmäßig als auch inhaltlich mehr als beachtlich. Geschlossen marschierten die kfb-Vertreterinnen (u.a. aus Wien, Linz, St. Pölten und Innsbruck) die Wiener Ringstraße entlang und präsentierten entschlossen ihre Forderungen:

 

Wir fordern:

  • Anerkennung und Umsetzung der Frauenrechte

    Margit Hauft (kfbö-Vorsitzende): "Frauen haben vielfach gleiche Rechte errungen, alte Rollenbilder aufgebrochen, Einfluss gewonnen und neue Möglichkeiten für sich geschaffen. Doch der Kampf für Chancengleichheit der beiden Geschlechter ist nach wie vor nicht zu Ende. Immer noch verhindern gesellschaftspolitische Machtmechanismen, dass sich Mädchen und Frauen selbstbestimmt entfalten können." Daher ist klar: "Nicht die Frauenbewegung, sondern die politischen und wirtschaftlichen Strukturen befinden sich in einer Krise. Diese sind ganz offensichtlich nicht in der Lage, auf die gegenwärtigen Herausforderungen Antworten zu finden."

    Melitta Toth, kfb-Vorsitzende der Erzdiözese Wien:
    "Politische Einmischung ist Christinnenpflicht. Die kfb als größte Frauenorganisation Österreichs versteht sich als Gemeinschaft, die Frauen befähigt, ihren Anliegen und Interessen Gehör zu verschaffen und sich aktiv an der Gestaltung des gesellschaftlichen Lebensraumes zu beteiligen. Wir ermutigen Frauen, Funktionen in Interessensvertretungen und politischen Organisationen zu übernehmen."

    Michaela Moser (Theologin, Armutskonferenz): "Auch heute gehen unsere Anliegen weit über Gleichberechtigung hinaus: Es geht um Gerechtigkeit, um Verteilungsfragen und gutes Leben für alle - und um die Freiheit und Möglichkeiten aller Frauen, ihr eigenes Leben und die Welt zu gestalten."

 

  • Weitere Maßnahmen zur Prävention gegen Gewalt an Frauen

    Margit Hauft (kfbö-Vorsitzende): "Wir lassen es nicht zu, dass Frauen unter dem Deckmantel von Religion oder Tradition unterdrückt werden, ihnen körperlich oder seelisch Schaden zugefügt wird. Auswüchse wie Zwangsverheiratung oder Genitalverstümmelung sind durch nichts zu rechtfertigen und niemals 'Privatsache'!"

    Elizabeth Sepúlveda (Ökonomin und Vizevorsitzende der kolumbianischen Frauen- und kfbö-Partnerorganisation Vamos Mujer): "Heute vereint uns die Forderung nach einer demokratischen Gesellschaft, die auf Basis von Verhandlungen ihre Konflikte beilegt - einer Gesellschaft, in der Gleichheit und Gerechtigkeit die fundamentale Basis der Beziehungen zwischen Männern und Frauen sind."

 

  • Abbau der Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen

    Erika Kirchweger (Linzer kfb-Vorsitzende): "Solange Kinderbetreuung, Versorgungs- und Pflegeleistungen als zu teuer und für die Volkswirtschaft als unfinanzierbar hingestellt werden, wird die Ausbeutung von Frauen weitergehen. Die Reproduktions- und Sorgearbeit muss in unserem Wirtschaftssystem die Bedeutung bekommen, die sie wirklich hat. Es braucht dringend Einkommenstransparenz, ordentliche Mindestlöhne sowie Arbeitszeitregelungen und Jobs, die existenzsichernd für Männer und Frauen sind."

 

  • Aufwertung und Anerkennung ehrenamtlicher Tätigkeit

    Erika Kirchweger (Linzer kfb-Vorsitzende): „Frauen werden oft nur als ,Dazuverdienerinnen' gesehen. Und es wird ihnen unterstellt, die viele unbezahlte Arbeit aus Liebe und Fürsorge gerne umsonst zu tun."

 

  • Gleichberechtigung der Geschlechter in allen Religionen sowie Zugang für Frauen zu kirchlichen Weiheämtern

    Margit Hauft (kfbö-Vorsitzende): "Wir fordern, die spirituellen Traditionen von Frauen in allen Kulturen und Religionen zu achten. Das erfordert zuerst einmal die Gleichberechtigung der Geschlechter in den verschiedenen Religionen und religiösen Gemeinschaften. Dazu gehören auch dieselben Zugangskriterien zu Ämtern und Diensten für Frauen und Männer - insbesondere in der römisch-katholischen Kirche."

    Die Botschaft der Katholischen Frauenbewegung brachte die Vorsitzende Margit Hauft wie folgt auf den Punkt: "Unsere Freiheit und die der anderen zu lieben, das heißt auch, uns Frauen nicht auseinander dividieren zu lassen! Weder was das Alter, die ethnische Herkunft oder die Lebensform, noch was die Weltanschauung oder religiöse Überzeugung anlangt. Wir besinnen uns vielmehr auf unsere Stärke, die unter anderem im Schauen über den Tellerrand liegt, im Nützen der verschiedenen Blickwinkel und Ansatzpunkte und in der gegenseitigen Unterstützung trotz unterschiedlich gewählter Wege." Und zitierte die französische Revolutionärin und Frauenrechtlerin Olympe de Gouges (1748-93): "Frauen, wacht auf! Was auch immer die Hürden sein werden, die man euch entgegenstellt, es liegt in eurer Macht, sie zu überwinden. Ihr müsst es nur wollen."
Organisiert wurde die große Demonstration für Frauenrechte von der Plattform "20000Frauen" (Motto: „AUS! Aktion Umsetzung. Sofort."), der auch viele Vertreterinnen und Organisationen unterschiedlicher Religionen und Kirchen angehören. So finden sich neben der kfbö u.a. die Vereinigung der Frauenorden Österreichs, die Katholische Sozialakademie Österreichs, die Franziskanerinnen von Vöcklabruck, die Frauenkommission der Diözese Linz, das Frauennetz der Caritas Wien, das Frauenreferat der Diözese Innsbruck sowie die evangelische Frauenarbeit in Österreich, das Forum Muslimische Frauen Österreich und Junge Musliminnen Österreich.

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

Pressephotos der Vorsitzenden

zum Download

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

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Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

 

 

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