Thursday 27. June 2019

Arbeitszeitverkürzung als Antwort auf Gender Gap

Gutes Leben für alle: Katholische Frauenbewegung Österreichs fordert geschlechtergerechte Verteilung von Arbeit

[Wien, 18.2.2015, PA] Im Vorfeld der kommende Woche stattfindenden Armutskonferenz verweist die Katholische Frauenbewegung Österreichs auf die nach wie vor bestehende Ungleichverteilung von bezahlter Erwerbsarbeit und unbezahlter Sorge- und Hausarbeit zwischen Frauen und Männern.

 

Um Armut von Frauen sowohl vor als auch nach ihrem Pensionsantritt zu vermeiden, brauche es eine gendergerechte Aufteilung des vorhandenen Erwerbsarbeitsvolumens, so die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, Barbara Haas: „Derzeit läuft Arbeitszeitverkürzung de facto über die Frauen“:  44,4% aller erwerbstätigen Frauen, aber nur 7,8 % aller erwerbstätigen Männer sind gegenwärtig Teilzeit beschäftigt.

 

Gleichzeitig werden zwei Drittel der unbezahlten Haus-, Pflege- und Betreuungsarbeit von Frauen verrichtet. Eine generelle Arbeitszeitverkürzung etwa auf 30 Stunden, flankiert von Maßnahmen zur Sicherung existenzsichernder Löhne -  vor allem im Bereich der Sorge-Berufe - sowie  sozialer Infrastruktur durch den Staat sei ein Schlüssel zu Geschlechtergerechtigkeit und Armutsbekämpfung, so Barbara Haas.

 

„Frauen arbeiten Teilzeit, weil sie privat Sorge-Arbeit leisten“, erklärt Barbara Haas, was die Teilzeitquote bei den 25 – 49-jährigen Frauen untermauert: hier liegt sie sogar bei rund 70 Prozent (Gender Statistik Austria). Tendenz steigend: 2002 betrug die Teilzeitquote von Frauen insgesamt noch 35 Prozent.

 

„Eine gendergerechte Arbeitszeitverkürzung muss zwangsläufig mit einer Neuverteilung von privater Sorgearbeit einhergehen“, so Barbara Haas, die dabei aber die staatliche Verantwortung für Pflege- und Betreuungsarbeit nicht aus dem Blick genommen wissen möchte: „ Es braucht den Ausbau leistbarer, professioneller Angebote, und dazu eine gerechte, existenzsichernde Entlohnung der dort Beschäftigten“. Zwei Drittel  aller Beschäftigten in der Care-Branche sind derzeit Frauen. Die verhältnismäßig niedrigen Löhne in diesen Arbeitsbereichen sind ein wesentlicher Faktor für die nach wie vor klaffende Schere bei den Einkommen zwischen Frauen und Männern.

Von der „Arbeit“ zur „Tätigkeit“

 

„Eine gendergerechte Verteilung von Arbeit und Einkommen setzt grundsätzlich ein Überdenken des Arbeitsbegriffes voraus“, so Barbara Haas weiter. Wichtig sei es, den Blick von der „Arbeit“ auf das „Tätig-Sein“ von Menschen zu lenken und dieses Tätig-Sein neu zu bewerten: Frauen wie Männern sollte es möglich sein, sowohl Erwerbsarbeit, als auch Sorge-, Haus- oder Gemeinwesenarbeit zu leisten, ohne dabei ihre materielle Existenz zu gefährden. Ziel sei es generell, „ein gutes Leben für alle“ zu gewährleisten. Neben der existenzsichernden Entlohnung verkürzter Erwerbsarbeitszeit sei dabei vor allem notwendig, dass der Staat öffentliche Leistungen sicherstelle, so etwa soziale Infrastruktur, Bildung oder leistbare Mobilität.

Altersarmut verhindern

 

Vor dem Hintergrund der regelmäßig wiederkehrenden Debatte um eine Anhebung des Pensionsantrittsalters werde es dringend notwendig, über eine auch geschlechtergerechte Verteilung des vorhandenen Erwerbsarbeitsvolumens zu sprechen, so Barbara Haas: „Wenn Menschen länger arbeiten sollen, bleibt weniger zum Verteilen“.  Für Frauen zahle sich aus heutiger Sicht eine gerechte Verteilung doppelt aus:  da Sozialleistungen im derzeitigen System sozialer Sicherung weitgehend von Umfang und Dauer der Erwerbsarbeit abhängen, banne ein geschlechtergerechter Zugang zu bezahlter Arbeit auch die Gefahr der Altersarmut von Frauen.

 

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