Freitag 22. Februar 2019

Ehrenamt: Geschlechtergerechte Verteilung von Erwerbsarbeit notwendige Voraussetzung

 

[Wien, 5.12.2014, PA/HP] Eine gerechte und damit auch geschlechtergerechte Verteilung von Erwerbsarbeit fordert die Katholische Frauenbewegung Österreichs anlässlich des Internationalen Tags des Ehrenamtes am 5. Dezember: „Ehrenamtliche Arbeit ist für Frauen wie Männer nur dann leistbar, wenn sie über ein existenzsicherndes Einkommen aus einer Erwerbsarbeit verfügen“, so Barbara Haas, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs. 

 

Das setze – insbesondere angesichts der extremen Ungleichverteilung von Erwerbsarbeit in Österreich – voraus, diese Erwerbsarbeit umzuverteilen, etwa in Form einer generellen Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich,  unter  Berücksichtigung des Geschlechteraspekts.„Ehrenämter sind keine reine Frauensache“, so Barbara Haas, „genauso wenig wie Teilzeitarbeit. Wir wollen, dass der Zugang zu Ehrenamt wie existenzsichernder  Erwerbsarbeit  Frauen wie Männern gleichermaßen möglich ist.“

 

Österreich liegt derzeit europaweit im Spitzenfeld, was das Ausmaß an Überstunden und damit die Ungleichverteilung von Arbeitszeit betrifft. Nach wie vor funktioniert die Arbeitsgesellschaft nach dem tradierten „male bread-winner-Modell“: Männer arbeiten Vollzeit und machen Überstunden, Frauen „verdienen dazu“. Gleichzeitig belegen Studien, dass viele Teilzeitkräfte gerne mehr, Vollzeitbeschäftigte, häufig  mit Überstunden, gerne weniger arbeiten würden. Eine Verkürzung der Normalarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich wäre die Voraussetzung für eine geschlechtergerechte Verteilung von Erwerbsarbeit und damit auch eine geschlechtergerechte Verteilung von „freier Zeit“ für Ehrenamt oder auch private Sorgearbeit.

 

Appell an die Gewerkschaften

 

Die Katholische Frauenbewegung Österreichs appelliert in diesem Zusammenhang besonders an die Gewerkschaften, sich  von überkommenen Modellen der Arbeitsgesellschaft zu lösen und sich für eine Arbeitszeitverkürzung im Sinne einer geschlechtergerechten Verteilung von Erwerbsarbeit stark zu machen. „Die Gewerkschaften könnten damit an ihre historischen Errungenschaften der schrittweisen Reduzierung von Arbeitszeit anschließen“, so Haas.

 

Staatliche Leistungen unverzichtbar

 

Um Räume für ehrenamtliches Engagement und andere Tätigkeiten außerhalb der Erwerbsarbeit sicherzustellen, braucht es nach Ansicht der Katholischen 

Frauenbewegung zusätzlich zur Arbeitszeitverkürzung aber noch weitere  Maßnahmen und  Veränderungen in der Gesellschaft. Dazu gehörten etwa die Sicherstellung von sozialer Infrastruktur, Bildung und leistbarer Mobilität durch den Staat. Zu erwägen sei überdies die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens.

 

Jährlich 9,6 Millionen Gratisarbeitsstunden  von Frauen in der katholischen Kirche

 

In der katholischen Kirche in Österreich leisten Frauen jährlich rund 9,6 Millionen kostenlose Arbeitsstunden, wie die Katholische Frauenbewegung Österreichs 2007 erhoben hat. Das entspricht der Erhebung zufolge und ausgehend von einem Stundenlohn in Höhe von sieben Euro einem Einkommenswert im Ausmaß von 68 Millionen Euro. Das Engagement der Frauen fließt unter anderem in die Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung, die österreichweit älteste entwicklungspolitische Organisation, die sich für Frauen im globalen Süden einsetzt und  jährlich rund 2 Millionen Euro Spenden für Bildungs- und Sozialprojekte lukriert.

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

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