Mittwoch 13. Dezember 2017

In die Kirche hineinreden

… wie Katharina von Siena: Katholische Frauenbewegung unterwegs mit Patronin und Weggefährtin

 

[Wien, 29.4.2014 PA] Mit einem Festakt in Innsbruck hat am vergangenen Montag die Katholische Frauenbewegung Österreichs  die Ernennung der heiligen Katharina von Siena zu ihrer Patronin und Weggefährtin gefeiert. „In Gemeinschaft mit den vielen Frauen, denen Katharina von Siena Weggefährtin ist, werden wir weiter in die Kirche hineinreden,“, so Barbara Haas, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung  Österreichs, mit Blick auf das Wirken Katharinas in ihrer Zeit, „wir werden Fragen stellen und an verschlossene Türen klopfen, denn es wäre nichts für unsere Mutter Kirche trauriger, als wenn die Frauen verstummen, sich abwenden und leise gehen“.

Haas nahm in ihrer Rede Bezug auf die Aussagen von Papst Franziskus, der fordert,  „sich den Fragen der Frauen zu stellen“, andererseits aber erklärt,  daß hinsichtlich der Position der Frauen in der Kirche „die Türen verschlossen bleiben“.  Wie Katharina von Siena wolle sich die Katholische Frauenbewegung weiter „einmischen“, „hier und jetzt“: „Es liegt an uns, die Nöte und Ungerechtigkeiten der Welt zu erkennen, zu benennen und den Versuch zu wagen, die Welt ein Stück weit zu verändern“. Katharina von Siena habe das als Frau und Analphabetin in einer von mächtigen Männern dominierten spätmittelalterlichen Welt getan, sie habe als „einfacher Mensch aus dem Volk“ Augenhöhe eingefordert und von da aus agiert – als Mahnerin, Ratgeberin, Gesprächspartnerin von Papst, Kardinälen, Bischöfen und Königen. Sie habe Missstände in Kirche und Gesellschaft angeprangert und zutiefst diakonisch gelebt, tröstend, Frieden stiftend, Hoffnung gebend. „Katharina lehrt uns heute noch, dass unsere Klarheit und Sicherheit, unser Mut und unsere Beharrlichkeit - mehr denn je - gefragt sind“.

 

Mystik und Politik

Manfred Scheuer, Bischof von Innsbruck, verwies in seinem Beitrag zum Festakt auf die Mystik der Katharina von Siena, die den „inneren Zusammenhang von Mystik und Politik“ erkennbar hat werden lassen – eine Mystik, „die im Anderen, im Armen, in der Gemeinschaft, in den gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Kontext die Spuren Gottes sucht“, als „Widerstandskraft“ und „höchste innere Freiheit“ wirke, „die gerade dazu befähigt, sich angstfreier und nicht korrumpierbar einzumischen in die Verhältnisse, wie sie sind“. „Ganz innen und doch ganz offen“ habe Katharina von Siena gelebt, so Bischof Alois Schwarz, Referatsbischof für das Laienapostolat. Schwarz gratulierte der Katholischen Frauenbewegung dazu, sich ein Vorbild gewählt zu haben: „Vielleicht schreiben wir deshalb so viele Leitbilder, weil wir so wenige Vorbilder haben?“ so Schwarz.

 

„Biegen“ und in Bewegung bringen

Einen künstlerischen Ausdruck für das Wirken der Katharina von Siena hat die Tiroler Bildhauerin und Malerin Patricia Karg gefunden. Im Auftrag der Frauenbewegung hat sie einen flexiblen Bogen gestaltet, der beim Festakt präsentiert wurde und für künftige Katharinenfeiern genutzt werden soll. „Durch Katharina wurden gerichtete Säulen unseres Denkens, Dogmen infrage gestellt“, so die Künstlerin, im Kunstwerk werde aus der formal angedeuteten Säule in Mantel, ein Tor. „Katharina hat kritisch und spirituell denkend Druck ausgeübt und damit etwas ´gebogen´ und in Bewegung gebracht“. Das weiche, textile Material hat Karg gewählt, weil der Bogen „kein erstarrtes Denkmal oder Monument darstellen“ dürfe, sondern „wie ein großer Mantel“ einhüllen und bergen solle.

 

Gemeinsam stark

Mit der Ernennung Katharinas von Siena zur Patronin und Weggefährtin weiß sich die Katholische Frauenbewegung Österreichs vielfach verbunden mit Frauen inner- wie außerhalb Österreichs. Der Katholische Deutsche Frauenbund begeht seit 1997 den 29. April als Tag der Diakonin im Gedenken an die heilige Katharina, die seit  1970 auch als Kirchenlehrerin und seit 2001 als Schutzpatronin Europas gilt. Seit 1991 feiern feministische Theologinnen am 29.4. den Katharinentag. Künftig wollen die Frauen der Katholischen Frauenbewegung diesen Tag auf Pfarr- wie Diözesanebene feierlich begehen, „damit die Anliegen der Frauen in der Kirche sichtbar und hörbar gemacht werden“, so kfbö-Vorsitzende Barbara Haas. Auch heuer gibt es bereits in allen Diözesen Veranstaltungen rund um diese Anliegen.

 

Hinweis:

Eine dreiteilige Serie zur heiligen Katharina  von Siena  findet sich in diesen Wochen in den Kirchenzeitungen der Diözesen Linz, Tirol, Vorarlberg , Burgendland und anderer  Diözesen (u.a. mit Interviews mit Barbara Haas, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs) und der Tiroler Theologin Hildegard Anegg. Ein ausführliches Interview zum Thema mit der stellvertretenden Vorsitzenden der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, Anna Rosenberger, findet sich in der Kirchenzeitung der Diözese St. Pölten „Kirche bunt 17/2014“ 

 

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

Pressephotos der Vorsitzenden

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