Freitag 22. Februar 2019

Gewalt gegen Frauen: Bewusstseinsarbeit nötiger denn je

Katholische Frauenbewegung Österreichs ruft mit Aktionen und Projekten zu verstärktem Einsatz in der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen auf

 

Gemeinsam mit anderen Organisationen trägt die Katholische Frauenbewegung Österreichs die  im September diesen Jahres gestartete Kampagne „GewaltFREI leben“, die sich zum Ziel gesetzt hat, Aufklärung über Gewalt sowie Bewusstseins- und Präventionsarbeit voranzutreiben. Sie  unterstützt aktiv die Arbeit von SOLWODI (Solidarität mit Frauen in Not), eine 1985 von der Ordensschwester Lea Ackermann in Kenia gegründete Initiative insbesondere für Frauen, die in Zwangsprostitution geraten sind. Seit 2010 verfügt die Initiative über einen Zweig in Österreich, den eine Gruppe von Ordensfrauen eröffnet hat. Über die  „Plattform Ware-Mensch“ informieren die österreichischen SalvatorianerInnen laufend über das Thema „Menschenhandel“.


„Blindheit“ weiter Teile der Bevölkerung
Laut Bundeskriminalamt wurden in Österreich seit der Gründung der „Task Force Menschenhandel“ im Jahr 2004 1131 Opfer von Menschenhändlern in Strafprozessen erfasst.  Die Strafen für Menschenhandel wurden in Österreich 2013 im Rahmen einer Sexualstrafrechtsänderung aufgrund einer EU-Novelle erhöht, indem die Grundstrafandrohung von drei auf fünf Jahre angehoben wurde. Dem gegenüber stehen allerdings immer noch „weit verbreitete Unwissenheit oder gewollte ´Blindheit´ weiter Teile der Bevölkerung“, so die „Plattform Ware Mensch“.  „Die Katholische Frauenbewegung ruft dazu auf, mehr Bewusstsein für diese Form der Menschenrechtsverletzung zu entwickeln und dagegen aufzutreten.“


Im Fokus der Aktion Familienfasttag: Nicaragua
In Asien, Lateinamerika und Afrika betreibt die Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs seit Jahrzehnten zahlreiche Projekte, die Gewalt gegen Frauen zum Thema machen und Betroffene dabei unterstützen, sich zu wehren, zu schützen und ihre Rechte durchzusetzen. Besonderes Augenmerk hat die Aktion Familienfasttag auf die Situation in Nicaragua gelegt, das zweitärmste Land Lateinamerikas, in dem rund 75 Prozent der Familien in extremer Armut leben,  wo Prostitution aufgrund von Armut und sexuelle Gewalt vorwiegend gegenüber Frauen und Mädchen an der Tagesordnung sind. Zwei Drittel der Opfer sexueller Gewalt in Nicaragua sind unter 17 Jahre alt, 90 Prozent der Täter sind Familienangehörige, vonseiten der Regierung gibt es keinerlei Programme, die sexuelle Gewalt öffentlich thematisieren und die soziale Stigmatisierung zu durchbrechen suchen. Das mehrheitlich sandinistische Parlament hat zwar im Jänner 2012 ein „Gesetz gegen Gewalt“ beschlossen, angewendet wird es allerdings kaum.


Projekte gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Mit  der „Fundacion Aguas Bravas Nicaragua“, einer Projektpartnerin der Aktion Familienfasttag, unterstützt die Katholische Frauenbewegung etwa ein Projekt, das sich der emotionalen Rehabilitation von Frauen widmet, die in ihrer Kindheit sexuell missbraucht wurden. Angeboten werden psychologische Unterstützung, Unterstützung beim Aufbau von Selbsthilfegruppen sowie Vernetzung und Weiterbildung für Therapeutinnen und Psychologinnen. Das Projekt „Mary Barreda“ in León, der zweitgrößten Stadt Nicaraguas, ist ebenfalls langjähriger Partner der Aktion Familienfasttag, es bemüht sich mittels Diskussionsforen und mobilem Kino um die Sensibilisierung der Bevölkerung gegenüber sexueller Gewalt, veranstaltet Infotreffen für Kinder und Jugendliche, um sie über ihre Rechte aufzuklären, stellt Vertrauenspersonen für Mädchen. Die „Asociacion Mujer die Comunidad“ wiederum ist eine Projektpartnerin im extrem armen Bezirk San Francisco Libre am Managuasee. Die NGO betreibt Aufklärungsarbeit und arbeitet an einem Netzwerk von juristisch geschulten Multiplikatorinnen, die von Gewalt betroffene Frauen berät.  Die Beratungsstellen suchen auch die Zusammenarbeit mit Institutionen und lokalen Behörden und beteiligen sich an den Bemühungen von nicaraguanischen Frauenorganisationen, die Einhaltung des „Gesetzes gegen Gewalt“ sicherzustellen.


„Klappe auf!“: Poetry slam in Wien
In Wien organisiert die Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs gemeinsam mit anderen Initiativen anlässlich der „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ auch heuer wieder einen „poetry slam“. Am 1. Dezember sind Frauen und Mädchen um 21 Uhr ins Lokal „B72“ am Hernalser Gürtel (Bogen 72 – 73, 8. Bezirk) geladen, um zum Thema „Brot & Rosen“ selbst verfasste Texte vorzutragen. Unter dem Titel „Brot & Rosen“ haben 1912 tausende Textilarbeiterinnen gerechten Lohn und menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen gefordert. Bereits in den vergangenen beiden Jahren hat die Initiative „Klappe auf!“, ein Netzwerk von frauenpolitischen Organisationen (Verein Autonome Frauenhäuser, Frauensolidarität, LEFÖ, Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung Österreichs) einen poetry slam veranstaltet. Anliegen von „Klappe auf!“ ist es, unterschiedliche Formen von Gewalt an Frauen sichtbar zu machen und sich für ein gewaltfreies Lebens aller Frauen weltweit einzusetzen.

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

Pressephotos der Vorsitzenden

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Katholische Frauenbewegung Österreichs, A-1010 Wien, Spiegelgasse 3/2/7
Tel: 01-51552-3695, E-Mail: office@kfb.at
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