Sonntag 19. November 2017

(Arbeits-)Zeit-Politik menschen- und gesellschaftsgerecht ausgestalten

 

[Wien, 7.11.2017, HP] Am 7.11. fand im Sozialministerium eine gemeinsame Enquete mit der Allianz für den freien Sonntag Österreichs zum Thema Zeitsouveränität statt, bei der im Beisein von Sozialminister Alois Stöger und Bischof em. Maximilian Aichern über die Frage, wie Menschen ein Mehr an Selbstbestimmung über ihre Lebens- und Arbeitszeit bekommen können, diskutiert wurde. Eine wesentliche Thematik war der Zusammenhang von freiem Sonntag bzw. gemeinsamen freien Zeiten und Zeitsouveränität sowie Zeitwohlstand.

„Der arbeitsfreie Sonntag ist für mich ein wichtiger Kontrapunkt zu einer rein ökonomisch orientierten Lebensweise und eine wertvolle Trennlinie zwischen Arbeit und Freizeit, die durch Globalisierung und Digitalisierung immer durchlässiger wird“, so der Gastgeber der Enquete Sozialminister Alois Stöger. Er verwies auf die zahlreichen Anknüpfungspunkte seines Ministeriums mit dem Thema „Arbeits-Zeit-Politik“ und betonte die Notwendigkeit der ständigen Weiterentwicklung unserer Regulative: „Zeit zu haben für sich selbst, die Familie, soziale Bindungen und gesellschaftliche Teilhabe ist ein Ausdruck persönlicher Freiheit, der es verdient, kollektiv und gesamtgesellschaftlich geschützt zu werden. Diese Schutzbedürftigkeit ändert sich laufend und muss in vielfältiger Weise immer wieder an neue Gegebenheiten angepasst werden.“

 

 „Wir rücken Zeitwohlstand und Lebensqualität ins Zentrum. Gemeinsame freie Zeiten wie der arbeitsfreie Sonntag haben eine eminent wichtige Bedeutung. Der freie Sonntag ist eine wesentliche, aber längst nicht ausreichende, Ressource, damit Menschen die vielfältigen Herausforderungen des Alltags wie etwa Betreuungsaufgaben und Erwerbsarbeit gut bewältigen können“, so Franz Georg Brantner, Sprecher der Allianz für den freien Sonntag Österreich und Vertreter des ÖGB.

 

„Der arbeitsfreie Sonntag ist das älteste Sozialgesetz (3. Gebot). Die Allianz für den freien Sonntag Österreich wird nicht locker lassen und sich weiter dafür einsetzen, dass der arbeitsfreie Sonntag für den Menschen und für die Gesellschaft erhalten bleibt“, erinnerte Bischof em. Maximilian Aichern bei der Enquete, unter dessen Beteiligung im Jahr 2001 die Allianz für den freien Sonntag Österreich gegründet wurde.

 

Die Ökonomin Ingrid Mairhuber (FORBA) widmete sich in ihrer Keynote geschlechtergerechten Arbeitszeiten aus der Sicht der ArbeitnehmerInnen mit Betreuungspflichten. Laut Mairhuber würden sich Teilzeitbeschäftigte Personen, die in einer Partnerschaft leben, ein höheres Stundenausmaß wünschen. Im Gegensatz dazu hätten alle Vollzeitbeschäftigten im Durchschnitt gerne eine um zwei bis drei Stunden niedrigere Arbeitszeit. Die Expertin plädierte u.a. für eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung. Die Norm solle der „Mensch mit Betreuungsaufgaben“ sein, so die Expertin.

 

Die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, Veronika Pernsteiner, hat an der Veranstaltung als Leiterin eines workshops mitgewirkt. Die kfbö ist seit 2017 Mitglied der Allianz für den freien Sonntag.

 

Text: ksoe/Pressestelle des Sozialministerium/kfbö

Pressereferentin der kfbö

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Pressephotos der Vorsitzenden

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