Mittwoch 13. Dezember 2017

Gender Pay Gap oder Gender Pay Trap?

[Klagenfurt, 3.4.2013] Alle Jahre wieder begehen Frauen den Equal Pay Day, dieses Jahr am 5. April. Er symbolisiert die Geschlechterlohnlücke, den Gender Pay Gap, zwischen Männern und Frauen. Frauen arbeiteten von 1. Jänner 2012 bis zum 5. April 2013 für den Gehalt, den Männer im Jahr 2012 verdienten. Für viele Frauen ein Schlag ins Gesicht.

 

Daten der Statistik und Auswirkungen

Die Statistik belegt: Frauen verdienen um rund 40 % weniger als das männliche Geschlecht. Die Gründe hierfür sind:

1. Die exorbitanten Managergehälter (die fast nur von Männern bezogen werden)
2. Der hohe Teilzeitarbeitsanteil bei Frauen, damit die unbezahlte Familien- bzw. Care-Arbeit verrichtet werden kann.
3. Reale Lohnbenachteiligung von Frauen (gerade auch in den Spitzenpositionen)
4. Schlechtere Bezahlung bei sogenannten Frauenberufen, die von 70 % der Mädchen gewählt werden (Einzelhandel, Bürokauffrau, Friseurin, Volksschullehrerin, Kindergärtnerin, Kellnerin ect.) und in denen 2/3 der Frauen arbeiten.
Nimmt man aus der Statistik nur noch die Vollzeitarbeitenden, liegt gerade aufgrund der letzten zwei Punkte der Gender Pay Gap bei noch immer 30%.

Die Auswirkungen sind:
1. Armutsgefährdung vor allem für Alleinerzieherinnen und ältere Frauen
2. Niedrige Pensionen
3. Finanzielle Abhängigkeit von Staat oder PartnerIn

Ein genauerer Blick auf die Statistik offenbart uns eine nicht nur auf das Geschlecht reduzierte Benachteiligung, sondern eine Benachteiligung die den Großteil der Bevölkerung trifft. Fakt ist, dass 187 Personen (darunter 8 Frauen) einen Jahresverdienst von mehr als 1 Million Euro hatten und 1 Million ArbeitnehmerInnen unter 10.000 Euro verdienten. Darunter zum größten Teil Frauen die neben der Erwerbsarbeit die unbezahlte Care-Arbeit verrichten.

 

Vom „Gender Pay Gap“ zum „Gender Pay Trap“?

Wird der „Gender Pay Gap“ zum „Gender Pay Trap“ weil die statistischen Daten die wahren Probleme unserer Gesellschaft verschleiern? Am Equal Pay Day sollen Männer und Frauen aufmerksam werden auf:
die ungerechte Verteilung von Arbeit und Vermögen durch extrem hohe Löhne für ganz wenige, die Nichtbezahlung bzw. schlechte Bezahlung von Care-Arbeit (die die Effizienz des Wirtschaftssystems steigert und ermöglicht) und die schlechte Bezahlung von Erwerbsarbeit von Frauen.

 

Rückfragehinweis:

Katholische Frauenbewegung Kärnten

Tel.: 0463/5877-2431,

E-Mail: ka.kfb@kath-kirche-kaernten.at

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

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