Mittwoch 13. Dezember 2017

Familienmanifest der kfb (Originalwortlaut):

 

Familie in ihren vielfältigen Ausprägungen ist für die Katholische Frauenbewegung ein unverzichtbarer Wert. Familie ist überall dort, wo Menschen mehrerer Generationen in einer auf Dauer angelegten und von Verantwortung getragenen Beziehung miteinander leben. Jeder Mensch braucht familiale Lebensräume, geprägt von Stabilität und Liebe und keine überhöhten Ideale. Die katholische Frauenbewegung tritt deshalb ein für:

 

Partnerschaftliche Familie

Partnerschaft gründet auf eigenständigen Personen. Partnerschaftliche Familien brauchen deshalb Menschen, die fähig sind, abseits von tradierten Rollenvorstellungen Beziehungs- und Versorgungsarbeit untereinander gerecht aufzuteilen.

 

Ja zum Kind

Kinder sind ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft und sollen weder zu Luxusartikeln noch zum lästigen Organisationsproblem werden. Die Entscheidung für das Kind darf Müttern und Vätern in keiner Weise zum Nachteil gereichen.

 

Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit

Das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Umfeld muss so gestaltet sein, dass es Frauen und Männern ermöglicht, zeitgleich Familien- und Erwerbsarbeit zu leisten.

 

Stärkung der Eigenkompetenz der Eltern

Die primäre Erziehungsaufgabe liegt bei den Eltern. Damit sie ihre Aufgabe in der heutigen komplexen Gesellschaft erfüllen können, muss ihre Erziehungskompetenz auf- und ausgebaut werden. Entsprechende Bildungsangebote sind sicherzustellen.

 

Kinderbetreuung

Kinder verdienen optimale Betreuung. Kinderbetreuung ist Pflicht und Chance für beide Elternteile. Damit auch Väter eine enge Beziehung zum Kind aufbauen können, tritt die Katholische Frauenbewegung für einen Ausbau der Väterkarenz (Verpflichtung, erweiterter Kündigungsschutz,…) ein.  Außerdem soll das Kindergeld bei erwerbstätigen Müttern bzw. Vätern durch einen einkommensabhängigen Zuschuss ergänzt werden, um finanzielle Nachteile zu vermeiden. Außerhäusliche Kinderbetreuung ist für die Sozialisation des Kindes unumgänglich. Sie Bedarf eines flächendeckenden, vielfältig gestalteten Netzes von qualitativ hochstehenden Kinderbetreuungseinrichtungen.

 

Familienorientierte Arbeitswelt

Frauen und Männer brauchen die Möglichkeit zur familiengerechten Gestaltung ihrer Berufslaufbahn. Familiale Bedürfnisse können nicht auf Dauer wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden. Die Erwerbsarbeit muss auch Rücksicht nehmen auf die Bedürfnisse von Kindern, Alten und Kranken. In der Arbeitswelt müssen Schlüsselqualifikationen, die durch die Familien- und Erwerbsarbeit erworben werden, anerkannt werden.

 

 

 

Familiengerechte Arbeitszeit

Die Erwerbsarbeit soll so flexibel gestaltet sein, dass Frauen und Männer ihrer Verantwortung für die Familie im gleichen Maß gerecht werden können. Dies bedingt eine differenzierte Arbeitszeitpolitik (Gleitzeit, Arbeitszeitkonto, Sonderurlaub, Sabbatjahr usw.) und eine besondere Förderung von qualitativen Teilzeitmodellen.

 

Eigenständige Alterssicherung

Familienarbeit von Frauen darf nicht zur finanziellen Abhängigkeit vom Partner bzw. zu Verarmung im Alter führen. Durch die Ausweitung von Pensionsersatzzeiten (Karenz, Ehrenamt) und die Einführung eines Grundeinkommens kann eine eigenständige Existenzsicherung im Alter gewährleistet werden.

 

Familienhospizkarenz

Frauen und Männer müssen die Möglichkeit haben, ihre alten und kranken Familienmitglieder zu pflegen und zu begleiten. Die Familienhospizkarenz ist eine wichtige Initiative, jedoch muss sie für Frauen und Männer tatsächlich leistbar sein. Neben den nötigen finanziellen Mitteln ist vor allem eine fachkompetente Begleitung der Karenzierten sicher zu stellen und besonders für eine Motivation der Männer zu sorgen.

 

Familienkultur

Für das Gelingen von Familie und für die Gestaltung familialer Lebensräume sind Bräuche, Feste, Riten wichtig. Daher sind gemeinsame Zeiten, wie der arbeitsfreie Sonntag, unerlässlich. Die auf Ehe gegründete Familie hat für die Katholische Frauenbewegung einen besonderen Stellenwert, weil sie nicht nur ein Vertrag, sondern auch Sakrament ist. Aber das Ja zum Du wird nur gelingen, wenn sich das Ich frei und unabhängig entscheiden und als eigenständige Persönlichkeit entwickeln kann.

 

Wien, 8. August 2002

 

Das Dokument zum Download finden Sie hier.

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

Pressephotos der Vorsitzenden

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