Sunday 21. April 2019

16 Tage gegen Gewalt: kfbö fordert geschlechtersensible Klimapolitik

„Genderblinde“ Klimapolitik befördert strukturelle Gewalt gegen Frauen

 

[Wien, 23.11.2015 PA] Anlässlich der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ vom 25. November bis 10. Dezember 2015 mahnt die Katholische Frauenbewegung Österreichs ein, die Frage der Geschlechtergerechtigkeit in die Klimadebatte einzubeziehen: „Gewalt hat viele Gesichter“, so Veronika Pernsteiner, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, „und die strukturelle Gewalt, die über eine ´genderblinde´ Klimapolitik ausgeübt wird, ist eine davon“. So etwa seien Frauen in der Sahelzone von den Folgen des Klimawandels anders betroffen als Männer, weil das vorherrschende Geschlechterverhältnis auch Auswirkungen auf den Zugang zu Wasser und den Umgang damit hat. „Bei Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels spielt das Geschlechterverhältnis eine zentrale Rolle“, erklärt Pernsteiner, „aber die Sensibilität dafür fehlt. Das setzt sich fort im Argumentationsverlauf der politischen Debatte und den daraus abgeleiteten politischen und ökologischen Maßnahmen“. Notwendig sei eine Abkehr von einer technokratisch und ökonomisch fixierten Klimadebatte hin zu einem Diskurs, der soziale Aspekte wie jenen der Geschlechtergerechtigkeit berücksichtigt.

 

Erst im Juni dieses Jahres hat die Katholische Frauenbewegung Österreichs mit ihrem alle zwei Jahre vergebenen Herta-Pammer-Wissenschaftspreis eine Arbeit ausgezeichnet, die sich mit den unterschiedlichen Strategien von in der Sahelzone lebenden Männern und Frauen im Umgang mit Regenwasser befasst. „Vor allem vor dem Hintergrund des Klimawandels ist es wichtig, lokale Genderdynamiken im Regenwassermanagement und in Bezug auf die landwirtschaftliche Produktion zu analysieren“, hatte Petra Dannecker, Professorin am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien, in ihrer Laudatio zu den Forschungen von Karin Neumayer erklärt. Nur so sei es möglich, sinnvolle Strategien für ein verbessertes Wassermanagement zu planen und erfolgreich umzusetzen. Die Genderperspektive fehle in der Klimaforschung und Klimapolitik, so Dannecker, eine Auseinandersetzung damit dringend erforderlich.

 

Auf die „unterschiedlichen Aspekte von Gewalt“ verweist heuer anlässlich der „16 Tage gegen Gewalt“ die österreichische Initiative „Klappe auf“, ein Netzwerk von frauen- und entwicklungspolitisch aktiven Organisationen, zu denen neben dem Verein Autonome Frauenhäuser, der Frauensolidarität, LEFÖ, WIDE,VIDC und Amnesty International – Netzwerk Frauenrechte auch die Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung zählt. Im Mittelpunkt der Aktivitäten von „Klappe auf“ steht am 26. November in der Wiener Brunnenpassage ein „Trickfilmabend“ unter dem Motto „Cinemarkt spezial“.

 

Zu sehen sind Filme, die unterschiedliche Aspekte von Gewalt im Fokus haben, etwa im Zusammenhang mit Flucht und Migration, Frauenhandel, Care-Arbeit oder mangelnden Bildungschancen. Expertinnen werden die Filme kommentieren. Gezeigt werden auch die Ergebnisse eines Trickfilmworkshops, der im Vorfeld des „Cinemarkt spezial“ unter Mitarbeit von „Tricky Women“ und „Craftistas“ stattgefunden hat. Die Podiumsdiskussion zum Abschluss wird sich der Frage widmen, wie Gewalt begegnet werden kann und welche Optionen es gibt, Frauen zu stärken.

 

Das Gespräch wird anknüpfen an die Aktionsplattform der 4. Weltfrauenkonferenz in Peking von 1995 und an die in diesem Jahre bei einem Treffen in New York gezogene Bilanz Peking+20. Gewalt gegen Frauen und Mädchen, so das Ergebnis der UN-Frauenrechtskommission (CSW), die seit 1995 im Abstand von 5 Jahren die Umsetzung der Aktionsplattform überprüft, ist zwar als Menschenrechtsverletzung zu einem zentralen Thema geworden, es fehle jedoch an Konzepten, sie einzudämmen. Vielerorts nehme sie im Kontext von Autoritarismus, Militarisierung und Fundamentalismen zu. Der Klimawandel und seine Folgen bewirken eine zusätzliche Verschärfung.

Pressereferentin der kfbö

Mag.a Elisabeth Ohnemus

Tel: 0664-321 89 36

Email: elisabeth.ohnemus[a]kfb.at

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