Tuesday 21. May 2013

Finde dein eigenes Gottesbild

Der Weg durchs Labyrinth gleicht

der Suche nach dem passenden

Gottesbild.
Foto: Rosenberger/kfbö
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Gott wird in unzähligen Bildern ausgedrückt, doch keines vermag die Gottheit allumfassend darzustellen. Trotzdem ist die Suche nach dem eigenen, passenden Gottesbild eine ständige Herausforderung und Aufgabe für alle Gläubigen. Vor allem Frauen, die Jahrtausende lang mit einem von Männern geprägten männlichen Gottesbild konfrontiert wurden, müssen aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen Alternativen suchen. Der Ersatz des Vatergottes durch eine Göttin ist jedoch auch nicht zufriedenstellend.
Denn Gott ist mehr als Mann oder Frau. Zu diesem Ergebnis kamen die diözesanen Leitungsteams der Katholischen Frauenbewegung Österreichs bei ihrer diesjährigen Sommerstudientagung. Von 10. bis 14. Juli 2006 erörterten 100 Frauen aus ganz Österreich, Südtirol und der Slowakei im Bildungshaus St. Michael in Matrei am Brenner den Wandel des Gottes- und Menschenbildes.
„Das Gottes- und Menschenbild ist wie ein Spiegel, der alles was wir tun oder lassen als Bild auf uns zurückwirft“, erklärte die Vorsitzende der kfbö, Margit Hauft, zum Abschluss der Tagung. Sie erinnerte daran, wie Mag.a Renate Dierigl- Kroner im Eröffnungsreferat die Vielfalt biblischer Gottesbilder Revue passieren ließ, wie die evangelische Theologin Dr.in Gisela Matthiae den Wandel der feministischen Bilderwelt darlegte und vor der Fixierung auf ein Bild warnte. Denn es sei zu wenig, dem Patriarchat matriarchale Werte gegenüberzusetzen. Als befreiend wurde von vielen Tagungsteilnehmerinnen Mattiaes Hinweis empfunden, dass Gott auch im clownesken Spiel gefunden werden kann. „Sie hat uns vermittelt, dass das Auge Gottes auch zwinkern und blinzeln kann“, meinte Magit Hauft.

Die Kunsthistorikerin Sr. Maga. Ruth Pucher MC erklärte in ihrem Vortrag die Zusammenhänge und Auswirkungen von Ort, Zeit, Kirche und Gesellschaft auf die Gestaltung des Gottesbildes. Die Ordensfrau aus der Gemeinschaft der Missionarinnen Christi lud zur Reflexion der Gottesdarstellungen im persönlichen Leben und zur Suche nach einem zeitlosen Gottesbild ein, das nicht nur vom persönlichen Kunstgeschmack sondern vom Glauben geprägt sein sollte.
Dr.in Mirja Kutzer, Univ. Ass. am Institut für Dogmatik der Universität Wien, eröffnete einen persönlichen, neuen Zugang zum Glaubensbekenntnis.
Die Frauen sollten es nicht mehr automatisch auswendig beten. In Kenntnis der Entstehungsgeschichte, die Krutzer skizzierte, sollten sie Gottesbildern, die hinter den Worten stehen, nachspüren und in Bezug zu ihrem Leben setzen.
In zahlreichen Workshops versuchten die Tagungsteilnehmerinnen auf vielfältige kreative Art dem Wandel ihres persönlichen Gottesbildes im bisherigen Leben nachzugehen und eine aktuelle, passende Darstellung auszudrücken.
Die diesjährige Sommerstudientagung war nicht, wie sonst üblich, Auftakt für das kommende Arbeitsjahr. Sie wird in der Grundlagenarbeit der kfb ihre Wirkung zeigen, hofft Vorsitzende Hauf, und Kraftquelle für die kfb werden, die im kommenden Arbeitsjahr keinen gesamtösterreichischen thematischen Arbeitsschwerpunkt hat, sondern sich vor allem der Feier ihres 60jährigen Bestehens widmen wird.

 

Das Bild von Gott muss manchmal wie ein Spiegel

zerbrochen werden, um eine neue Vorstellung

von Gott zu erarbeiten.

 

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Gott ist unvorstellbar. Doch mit Farben
können Gotteserfahrungen zum
Ausdruck gebracht werden.

 

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Fotos: Rosenberger/kfbö
Bei Abdruck und Erwähnung der Sommerstudientagung der kfbö honorarfrei.

 

Rückfragehinweis

Mag.a Sandra Jetzinger

Katholische Frauenbewegung Österreichs/ Pressereferentin

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