Wellnes kann Gesellschaft spalten
Wellness wird inhuman, wenn es sie ausschließlich als Ware für Wohlhabende gibt. Der Weg zu ganzheitlicher Gesundheit und zum Glücklichsein muss deshalb als kostenloses Lebensprinzip allen Menschen erschlossen werden. Dies forderte die Wiener Pastoraltheologin Univ. Ass. Dr. in Regina Polak bei der Sommerstudientagung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs am Dienstag, 12. Juli, im Vorarlberger Bildungshaus St. Arbogast. Polak warnte vor einer Spaltung der Gesellschaft in KosumentInnen, die sich um teures Geld Gesundheit kaufen können, und in KrankenkassenpatientInnen, die mit Mindestgesundheitspaketen auskommen müssen, weil die Kassen leer werden.
Wellness sollte sich nach Ansicht der Theologin nicht darauf konzentrieren, das persönliche totale Glück zu suchen. Vielmehr gelte es, Wege zu finden, die einen ausbalancierten Umgang mit der Brüchigkeit, Unvollkommenheit und Endlichkeit des Lebens ermöglichen. Leid, Krankheit und Tod sollten dabei nicht Bedeutung und Sinn verlieren. Wellness sollte die Menschen sensibel machen für die Schattenseiten der Moderne und sie stärken, ein krankmachendes Leben nicht nur zu bestehen, sondern auch zu verändern. Dabei müsse auch Sorge für die Wellness der Anderen getragen werden.
Sommerstudientagung als Auftakt zum Jahresschwerpunkt
Diözesanbischof Dr. Elmar Fischer und Ilga Schwärzler, Vorsitzende der kfb in Vorarlberg, konnten bei der Eröffnung der Tagung am Montagabend, 11.Juli, die Leitungsteams der Katholischen Frauenbewegung aus allen österreichischen Diözesen sowie aus Südtirol begrüßen. Unter den Gästen weilte auch der brasilianische Bischof Alfredo Schäffler, der derzeit Österreich besucht.
Die Vorsitzende der kfbö, Margit Hauft, betonte, dass der Glaube die Menschen nicht nur auf ein "Leben nach dem Tod" vorbereiten bzw. vertrösten dürfe, sondern vielmehr zu einem erfüllten "Leben vor dem Tod" hinführen müsse. Wie Glauben und Wellness zusammenhängen und auch von einander abgegrenzt werden müssen, dem soll bei der Sommerstudientagung nachgegangen werden.


