Druckansicht - Freitag 30. Juli 2010
Heilige Familie entthronen
Bei Sommerstudientagung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs warnt Pastoraltheologe Univ. Prof .Zulehner vor Überidealisierung von Ehe und Familie – Sorge um Gelingen von Fragmenten hat Vorrang vor Erfüllung von Idealbildern

Univ.Prof. DDr. Paul M. Zulehner

Die Entthronisierung des überfordernden Idealbildes der Heiligen Familie wurde bei der Sommerstudientagung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs gefordert. Unter dem Motto „A Frau möcht’ i’ bleib’n. A Familie möchte’ i’ hab’n" erörtern die Leitungsteams der kfb aus allen österreichischen Diözesen sowie aus Südtirol vom 8. bis 12. Juli im Bildungshaus Schloss Seggau bei Leibnitz in der Steiermark die Lebbarkeit von Familie für Frauen im 3. Jahrtausend.

Im Eröffnungsreferat warnte der Pastoraltheologe Univ. Prof. Dr. Paul M. Zulehner vor der destruktiven Kraft der Ideale und insbesondere vor einer Überidealisierung von Ehe und Familie. Als eine der wichtigsten pastoraltheologischen Botschaften an die Kirche nannte der Dekan der WienerTheologischen Fakultät die Forderung, nicht immer auf das hinzuschauen, was nicht geht, sondern vielmehr das Fragment wertzuschätzen und im Vertrauen auf Gott an dessen Wachsen zu glauben.

Recht auf Fragment

„Wir haben ein Recht auf ein für Wachstum offenes Fragment", betonte. Zulehner. Er erinnerte an das Wort des heiligen Paulus: „Zum Leben in Frieden hat
Gott uns berufen." Die Ehe werde dabei nachgereiht. Der Theologe und Sozialwissenschaftler kämpft deshalb zunächst auch nicht um Ehe und Familie, sondern um „familiale Lebensräume geprägt von Stabilität und Liebe für Erwachsene, Kinder und Ältere". Nach diesem "Dach über der Seele" sehnen sich die Menschen, wie die Europäische Wertestudie, dessen Leiter Prof. Zulehner ist, deutlich zeige. Er fordert Konzepte für Generationen übergreifende
familiale Lebenswelten, damit weder die Kinder noch die Alten zu kurz kommen und plädiert für einen „Durchbruch durch die Madonnenszene", die klassische Reduzierung auf Mutter mit Kind.
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Die Katholische Frauenbewegung Österreichs setzt sich im Arbeitsjahr 2009/10 mit einem verantwortlichen Lebensstil auseinander und motiviert Frauen zur Zukunftsgestaltung. 



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