Druckansicht - Freitag 30. Juli 2010
Als Erbin Gottes die Zukunft gestalten

Theologin Mag.a Hannelore Niedermayer zeigte bei Sommerstudientagung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs biblische Quellen für christliches Fortschrittsdenken auf



Theologin Mag.a Hannelore Niedermayer zeigte bei Sommerstudientagung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs biblische Quellen für christliches Fortschrittsdenken auf

Als ErbInnen Gottes sind ChristInnen berufen die Welt zu gestalten. Dies unterscheide sie gegenüber säkularen Institutionen und Gruppierungen und bewirke andere Handlungsmotive und einen anderen Handlungshorizont, erklärte die Wiener Theologin Mag.a Hannelore Niedermayer am Dienstag, 14. Juli 2009 bei der Sommerstudientagung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs in Wien. Vor mehr als 100 Führungskräften der kfb aus ganz Österreich und Südtirol belegte sie an Hand von biblischen Texten diese These.

Bereits im Alten Testament im Schöpfungsbericht werden Frau und Mann als Repräsentantin und Repräsentant Gottes zum Handeln beauftragt.  Sie sind jedoch nicht HerrscherIn, sondern nur StatthalterIn Gottes, demgegenüber sie sich verpflichtet wissen.  Für den heiligen Paulus sind die Gläubigen nicht nur RepräsentantInnen Gottes, sondern vielmehr „Söhne und Töchter Gottes", die mit Christus verbunden auch „ErbInnen Gottes" seien. Paulus beruft sich dabei auf den Glauben Abrahams, dem verheißen wurde, seine Nachfahren werden „Erben der Welt" sein.

Allerdings dürfe sich niemand als  Alleinerben/in wähnen, sondern sei - wie Paulus festhielt - Miterbe/in Christi. „Damit sind für das Handeln der ChristInnen alle Richtlinien klargestellt: es ist stets ein Handeln in Verantwortung dem-r Schöpfer-in und der Gemeinschaft der Mit-Erben und -Erbinnen gegenüber", sagte Niedermayer.

Als Gottes Ebenbilder hätten die Menschen auch Anteil an der göttlichen Schöpferkraft. Sie sollten nicht nur ihre Körper nähren und sich vermehren, sondern Kultur entfalten, um als Kinder Gottes offenbar zu werden. In Namen Gottes sollten sie als seine/ihre ErbInnen sein/ihr Werk fortführen, in der göttlichen Spur schaffend sich entfalten, erklärte die auf gendergerechte Sprache achtende Theologin. 


Eleonore Bayer
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