Druckansicht - Freitag 30. Juli 2010
Frauen tragen und prägen die Kirche

Kardinal Dr. Christoph Schönborn dankte bei der Eröffnung der Sommerstudientagung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs für das große Engagement der Frauen in den Pfarren



Die 3000 katholischen Pfarren in Österreich werden in den kommenden schwierigen Jahren einen „unvergleichlich bedeutenden Platz im Netzwerk der Solidarität" einnehmen, denn es gibt nichts Vergleichbares beim Engagement für die Gesellschaft. Dies betonte Kardinal Dr. Christoph Schönborn am Montagabend, 13. Juli 2009, bei der Eröffnung der Sommerstudientagung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö) im Wiener Raiffeisen-Haus. Der Wiener Erzbischof wies darauf hin, dass vor allem Frauen in den Pfarren dieses Netzwerk der Solidarität knüpfen und Kirche aufbauen. „Ich weiß, dass sie dafür viel mehr Anerkennung und Wertschätzung verdienen würden, gerade auch von uns Bischöfen," gestand der Kardinal. Er ergriff deshalb die Gelegenheit und dankte mit herzlichen Worten den Tagungsteilenehmerinnen aus ganz Österreich und Südtirol für ihr großes, vielfältiges Engagement und ihre Einsatzbereitschaft in den Pfarren. 

„Sie tragen und prägen mit die pastorale Praxis auf allen kirchlichen Ebenen. Trotz vieler Schwierigkeiten haben sie aber die Liebe zur Kirche, zu Christus und zu den Menschen nicht verloren." Frauen betreuen Alte und  Kranke, führen Kinder zur Erstkommunion, setzen sich für fairen Handel ein und machen vieles mehr. „Oft genug sind es auch kluge und umsichtige Frauen, die Spannungen und Fehler - auch mancher Pfarrer - ausgleichen, durchtragen und so das Leben der Gemeinden in vielen zum Positiven wenden", sagte Kardinal Dr. Schönborn.
 
Neben dem Dank richtete der Wiener Erzbischof an die Frauen auch die Bitte, „ sich nicht nur um interne Probleme zu drehen, sondern Zeugnis zu geben, dass es ein geglücktes Leben aus der Beziehung zu Christus gibt, dass Gott dem Menschen Barmherzigkeit geschenkt hat und ihn zur Barmherzigkeit, zur Gerechtigkeit, zur liebenden Zuwendung zu anderen, besonders zu Bedrängten und Armen" ruft. Dies könne der Jugend helfen, Zugang zum Glauben zu finden. „Stellen wir dieses Zeugnis ins Zentrum, dann dürfen wir wohl auch darauf vertrauen, dass alles andere, auch die Lösung der innerkirchlichen Streitfragen - wie Jesus verheißen hat - dazugegeben werden."
 
Betriebskindergarten im Erzbischöflichen Palais
 
Im Hinblick auf das Tagungsmotto „Verantwortlich Leben - Heute gestalten wir das Morgen" plädierte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz  auch für eine kinder- und familienfreundliche Gesellschaft, in der die Eltern Beruf und Familie vereinen können und in ihrem partnerschaftlichen Zusammenwirken unterstützt werden. Er kündigte an, dass im kommenden Jahr im Erzbischöflichen Palais in Wien ein Betriebskindergarten und Hort eröffnet werde.
Der Erzbischof dankte den Frauen auch, dass sie sich zu „Anwältinnen der Nachkommen machen," indem sie sich für die „schwächsten Glieder der Gesellschaft, jene Menschen, die erst geboren werden, einsetzen".  Frauen würden auch immer wieder an das Geheimnis des von Gott geschenkten Lebens erinnern. „Aus einer in der Tiefe christlicher Spiritualität sich verankernden Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens wächst die Kraft wirklich verantwortlich zu leben", ist der Kardinal überzeugt.
 
Rund 100 Mitglieder der diözesanen Leitungsteams der Katholischen Frauenbewegung setzen sich bis Freitag, 17.Juli 2009, im Kolpinghaus Wien-Zentral mit nachhaltigen Zukunftsstrategien auseinander.
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Die Katholische Frauenbewegung Österreichs setzt sich im Arbeitsjahr 2009/10 mit einem verantwortlichen Lebensstil auseinander und motiviert Frauen zur Zukunftsgestaltung. 



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