Neuer ORF-Chefredakteur altes Frauenbild
14.02.2007
Geschäftsführung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs entsetzt über Karl Amons Ansichten zur Frauenförderung
Die Geschäftsführung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs ist entsetzt über das Frauenbild von ORF Fernseh-Chefredakteur Karl Amon. Seinen gegenüber dem Nachrichtenmagazin "profil" geäußerte Ansicht, förderungswürdige Frauen könnten durch eine zu schnelle berufliche Entwicklung Schaden erleiden, wird als Affront bewertet. Sie unterstellt, dass Frauen grundsätzlich den Anforderungen einer Führungsposition nicht gewachsen seien, sondern sich erst langsam entwickeln müssen. Diese Meinung ist Ausdruck eines veralteten, patriarchalen Frauenbildes, das im krassen Gegensatz zu der von ORF-Generaldirektor Wrabetz angekündigten Frauenförderung steht.
Die Geschäftsführung der kfbö, die am Dienstag, 13. Februar in Wien tagte, ist erstaunt darüber, dass ein Mann mit diesem Frauenbild in eine der höchsten Führungspositionen im ORF berufen wurde. Sie fordert Chefredakteur Amon auf, sein antiquiertes Frauenbild zu reflektieren und der Gegenwart anzupassen.