Druckansicht - Donnerstag 9. September 2010
Vatikan hält wenig von Zusammenarbeit mit Frauen
02.08.2004

Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, Margit Hauft, kritisiert neues Dokument der Glaubenskongregation ­ Frau wird als Objekt für theoretische Betrachtungen, doch nicht als gleichberechtigte Partnerin in Kirche und Gesellschaft angesehen


Leider nichts Neues aus Rom zur Frauenfrage in der katholischen Kirche kann die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö), Margit Hauft, im jüngsten Dokument der vatikanischen Glaubenskongregation finden. "Obwohl das Schreiben der Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt gewidmet ist, verdeutlicht es, wie wenig der Vatikan selbst nach wie vor von einer Zusammenarbeit mit Frauen hält. Alte Rollenbilder werden in dem Schreiben verfestigt, statt sie aufgrund der Herausforderungen der Zeit kritisch zu hinterfragen. So kann man zwar viel über die Aufgaben der Mutter aber wenig über jene des Vaters lesen", bedauert Hauft. "Warum wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nur für Frauen verlangt? Wo bleibt die Forderung nach partnerschaftlicher Arbeitsteilung", fragt die kfbö-Vorsitzende.

Entschieden weist sie den Vorwurf zurück, der Einsatz für die Gleichberechtigung der Frau beruhe auf einer "Einebnung", die zu einer "Verschleierung der Verschiedenheit oder Dualität der Geschlechter" führe. "Gleichwertigkeit und Unterschiedlichkeit der Geschlechter sind für eine gedeihliche Zusammenarbeit unerlässlich. Um die notwendigen Aufgaben in Kirche und Gesellschaft erfolgreich zu bewältigen, bedarf es der weiblichen und der männlichen Eigenart, die beide eingebracht werden müssen", meint Margit Hauft.

Nicht über sondern mit Frauen kommunizieren
" Das Dokument zeigt leider wieder einmal mehr auf, dass auch im dritten Jahrtausend nach Christi Geburt die Frau von führenden Kirchenmännern noch immer hauptsächlich als Objekt für theoretische Betrachtungen, statt als eigenständiges Subjekt und gleichberechtigte Partnerin in Kirche und Gesellschaft angesehen wird. Seit Jahren fordert die kfbö einen intensiveren Dialog der Kirchenleitung mit Frauen und die verstärkte Einbindung von Frauen bei der Erstellung von kirchlichen Dokumenten. Bereits 1995 haben wir in einem Brief an Papst Johannes Paul II. betont, wie wichtig es wäre, wenn in zeitgemäßen Aussagen der Kirche zum Wesen und zur Stellung der Frauen diese selbst zu Wort kommen könnten. Aber nun schreibt wieder das kirchliche Männergremium Glaubenskongregation über Frauen an die Bischöfe.

Die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung ist davon überzeugt, dass dieses aus einer weltfremden, patriarchalen Perspektive verfasste Schreiben "nichts Positives für Frauen und Männer bewirken, sondern eher dem Ansehen der Kirche schaden werde". "Besonders für die katholische Kirche in Österreich, die derzeit große Probleme aufarbeiten muss, ist dieses Schreiben wohl kaum hilfreich."

Margit Hauft appelliert an die Gläubigen, nicht zu resignieren, sondern weiterhin für eine Erneuerung der Kirche durch Engagement und Gebet einzutreten. "Unser fester Glaube an das Wirken des Heiligen Geistes wird uns dazu die Kraft geben", ist die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs überzeugt.
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Die Katholische Frauenbewegung Österreichs setzt sich im Arbeitsjahr 2009/10 mit einem verantwortlichen Lebensstil auseinander und motiviert Frauen zur Zukunftsgestaltung. 



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