Gestalten wir gemeinsam Europa!
Frauen empfinden angesichts des politischen Machtapparates, steigender Preise und vager Zukunftsperspektiven oft Ohnmachtsgefühle, Ängste, Zukunftssorgen. Wie wird das Zusammenleben im neuen Europa werden? Verlieren wir unsere Eigenständigkeit?Das Miteinander muss erst erlernt werden. Bedingung dafür ist die Überwindung von Vorurteilen und Ängsten sowie die Entwicklung eines europäischen Bewusstseins. Voraussetzung für diesen schwierigen Prozess ist eine grundlegende Information über den Kontinent Europa, seine Geschichte, die Vielfalt seiner Kulturen und Religionen, besonders aber über die unterschiedlichen Alltagsrealitäten und Lebensgeschichten von Menschen in Europa.
Das immer größer werdende Gebilde der Europäischen Union verstellt uns zunehmend den Blick auf den gesamten Kontinent. »Europäisches Denken« engt sich zusehends auf »EU-Denken« ein. Wir wissen besonders über jene Staaten zu wenig, die fernab von Beitrittsmöglichkeiten nur mehr Teile der Landkarte sind.
Die Katholische Frauenbewegung Österreichs lädt deshalb derzeit unter dem Motto »Frauensache Europa« ihre rund 200.000 Mitglieder ein, den Kontinent besser kennenzulernen. Europa soll im persönlichen Leben, im täglichen Umfeld aufgespürt werden. Im kommenden Arbeitsjahr wollen wir überlegen, wie Frauen über Grenzen hinweg gemeinsam Europa gestalten können. Der 220.000 Mitglieder zählende Katholische Deutsche Frauenbund hat sich auch unserer Initiative »Frauensache Europa« verschrieben. Denn jetzt sind wir Frauen gefordert. Es braucht unsere Aufmerksamkeit, unsere Kraft, damit Europa nicht zum hochtechnisierten Wirtschaftsraum verkümmert, sondern vielmehr ein Platz wird, an dem alle Menschen, welcher Herkunft auch immer, ein gutes Leben haben.
Margit Hauft
Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs







