Druckansicht - Donnerstag 9. September 2010
Solidarität als Genuss erleben
08.07.2003

Sommerstudientagung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs in Eisenstadt eröffnet – Bischof Dr. Paul Iby setzt auf Kraft der kfb - Feministische Theologin
Dr. Veronika Prüller- Jagenteufel fordert zur „genießbaren Solidarität“ auf, um gutes Leben für alle zu ermöglichen


Dem Thema „Weltweite Solidarität“ ist die diesjährige Sommerstudientagung der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (kfbö) gewidmet. Die diözesanen Leitungsteams der kfb aus ganz Österreich und Südtirol reflektieren in dieser Woche im Eisenstädter Haus der Begegnung das seit Jahrzehnten praktizierte solidarische Engagement der größten Frauenorganisation des Landes und diskutieren zeitgemäße Herausforderungen.

Bei der Eröffnung der Tagung am Montagabend, 7. Juli, würdigte Diözesanbischof Dr. Paul Iby die Bedeutung der Katholischen Frauenbewegung für die Kirche. Als starke Organisation, auf die er sich immer verlassen könne, bringe die kfb Bewegung in die Diözese, sodass Männerpositionen ins Wanken kämen. Freilich werde die Erfüllung der Wünsche der kfb an die Kirche nicht so rasch gehen, wie dies viele Frauen hoffen.

An der Tagungseröffnung nahmen auch Vertreterinnen der Politik, an der Spitze die Landesrätin für Frauenfragen, Verena Dunst, sowie die Vorsitzende der Evangelischen Frauenarbeit im Burgenland, teil. Geprägt wurde der Abend von den in diesem Bundesland gemeinsam lebenden Volksgruppen. VertreterInnen der Deutsch, Ungarisch oder Kroatisch sprechenden Bevölkerung sowie der Roma informierten über ihre Lebensbedingungen und sorgten mit Musik, Gesang und kulinarischen Spezialitäten für multikulturellen Genuss mit allen Sinnen.


Engagement erfordert Entscheidung

Im Eröffnungsvortrag am Dienstagvormittag, 8. Juli, regte Dr.Veronika Prüller-Jagenteufel dazu an, Solidarität nicht als lästige Pflicht, sondern im Vertrauen auf Gottes Beistand als Genuss zu erleben. Es gelte, nicht nach Heldinnentaten zu streben, sondern auf das stete und beharrliche Tun im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten zu setzen. Solidarität werde „ungenießbar, wenn sie zur beständigen Überforderung ausartet“, betonte die feministische Theologin. Sie appellierte an die mehr als 100 Zuhörerinnen, eine persönliche Wahl zu treffen, sich an einem konkreten Punkt, von einer konkreten Verletzung der Menschenwürde betreffen zu lassen und für deren Veränderung einzutreten. „Gutes Leben, das dadurch erkauft wird, dass wir vom vorhandenen Unrecht wegschauen, verstrickt uns noch umso mehr in das Unrecht.“


Leben in Beziehung zu Gott und den Menschen

Der Glaube ist eine wesentliche Quelle der Kraft für solidarisches Handeln. Prüller-Jagenteufel leitete vom dreifaltigen Gottesbild , das in sich Gemeinschaft, Beziehung, Bezogenheit ausdrückt , Solidarität als Art und Weise ab, die Gottebenbildlichkeit der Menschen in die Tat umzusetzen. „Solidarität nimmt ernst, dass wir miteinander verbunden sind und füreinander einstehen“, erklärte die Chefredakteurin der pastoraltheoligischen Fachzeitschrift „Diakonia“. „Im Bewusstsein dieser Bezogenheit untereinander betrifft das Unrecht, das anderen angetan wird, auch mich.“ Die Kraft, die Genuss und Solidarität zu verbinden vermag, liegt für Dr. Veronika Prüller-Jagenteufel im „Vertrauen auf Gott als Quelle der Fülle des Lebens“. Ein gutes Leben für alle werde letztlich nur von Gott her geschaffen. Dennoch ist hier auf Erden die Sorge für soziale Gerechtigkeit, der Einsatz für Menschenwürde eine Christenpflicht.
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Die Katholische Frauenbewegung Österreichs setzt sich im Arbeitsjahr 2009/10 mit einem verantwortlichen Lebensstil auseinander und motiviert Frauen zur Zukunftsgestaltung. 



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