Tuesday 7. February 2012

Kindererziehung weniger Wert als Militärdienst?

02.04.2003
Katholische Frauenbewegung Österreichs fordert als ersten Schritt für frauengerechte Pensionsreform Anhebung der Bemessungsgrundlage für pensionsbegründende Kindererziehungszeiten ­ Entwurf für Pensionsreform missachtet Gendermainstreaming
Militärdienst zählt bei der Berechnung einer Pension mehr als Kinderbetreuung. Für die Vorsitzende der Katholische Frauenbewegung Österreichs, Margit Hauft, ist deshalb die Anhebung der pensionsbegründenden Kindererziehungszeiten von derzeit 18 auf 24 Monate "nur ein Almosen, aber noch keine frauengerechte Abgeltung einer gesellschaftlich wichtigen Leistung". Sie fordert deshalb die Bundesregierung auf, die Bemessungsgrundlage für pensionsbegründende Kinderziehungszeiten umgehend anzuheben, denn "die Betreuung eines Kindes darf dem Staat nicht weniger wert sein als der Militärdienst", betont Hauft.

Im vorliegenden Entwurf für eine Pensionsreform erkennt die kfbö-Vorsitzende eine krasse Missachtung der EU-Richtlinie über Gendermainstreaming. "Es genügt nicht, sich verbal zum Prinzip des Gendermainstreamings zu bekennen, aber in der Realpolitik unterschiedliche geschlechtsspezifische Auswirkungen nicht zu berücksichtigen. Der Entwurf für eine geplante Pensionsreform benachteiligt nach Meinung verschiedener ExpertInnen eindeutig die Frauen. Er wurde nur aus dem Blickwinkel männlicher Erwerbsbiografien heraus erstellt und berücksichtigt deshalb viel zu wenig die konkrete Lebenssituation von Frauen."

Die Pensionsreform und notwendige Begleitmaßnahmen, wie z.B. Förderung der partnerschaftlichen Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau, um beiden die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen, sind für die Katholische Frauenbewegung Österreich Gradmesser einer effizienten Frauenpolitik. "Daran wird man erkennen, wie ernst diese Bundesregierung tatsächlich das proklamierte partnerschaftliche Lebensmodell sowie Gleichberechtigung und Gleichrangigkeit von Mann und Frau nimmt."

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