KFBÖ-Leitung wiedergewählt
01.04.2003
Margit Hauft, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, erkennt Auftrag zur Fortsetzung bisheriger Arbeit für Frauen in Kirche und Gesellschaft
Die Katholische Frauenbewegung Österreichs hat bei Ihrer Vollversammlung am vergangenen Wochenende im slowenischen Bildungshaus Sodalitas in der Kärntner Gemeinde Tainach Margit Hauft für weitere drei Jahre zur Vorsitzenden gewählt. Auch ihre beiden bisherigen Stellvertreterinnen Helene Renner, Vorsitzende der kfb in der Diözese St. Pölten, und Josefine Schlechter, Leiterin der kfb in der Erzdiözese Salzburg, wurden wiedergewählt. Die österreichische Bischofskonferenz muss dieses Wahlergebnis noch bestätigen. Dieses ehrenamtlich tätige Leitungsteam der kfbö ist seit November 1999 im Amt.Das Wahlergebnis ist für Margit Hauft nicht nur ein Zeichen des Vertrauens der Delegierten aus allen österreichischen Diözesen, sondern vor allem auch ein Auftrag zur Fortsetzung der bisherigen Arbeit. "Wir müssen bei den für Frauen wichtigen Themen wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie, partnerschaftliche Arbeitsteilung, eigenständige Alterssicherung, Anerkennung von ehrenamtlichen Leistungen usw. einen langen Atem haben und dürfen nicht müde werden, unsere Stimme dort zu erheben, wo die Rechte von Frauen und sozial Schwachen gefährdet sind."
Kritische Loyalität gegenüber Kirchenleitung
Eine wesentliche Aufgabe erkennt Margit Hauft auch im unermüdlichen Engagement der kfbö an der Gestaltung von Kirche. "Die Kirchenleitung kann auf die Katholische Frauenbewegung als offizielle Laienorganisation der katholischen Kirche zählen. Sie muss aber auch immer wieder damit rechnen, dass wir in kritischer Loyalität uns zu Wort melden, um die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am Leben der Kirche einzufordern."
" Darüber hinaus müssen wir stets sensibel für die Herausforderungen der Zeit sein und darauf reagieren." So wird die kfb im nächsten Arbeitsjahr im Hinblick auf die EU-Osterweiterung ihre Mitglieder zur Auseinandersetzung mit der Situation von Frauen in verschiedenen Ländern Europas einladen. "Wir wollen in unserer Bildungsarbeit aufzeigen, dass Europa mehr ist als die EU, mehr als ein Wirtschaftsraum, mehr als ein politisches Gebilde. Wir wollen das Bewusstsein dafür schärfen, dass Menschen mehr sind als Wirtschaftsfaktoren und Wählerstimmen."
Frauen sollen Gesicht Europas verändern
Der Kärntner Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz unterstrich in einem Referat vor der kfbö-Vollversammlung die Notwendigkeit der Evangelisierung Europas durch das Engagement von Christen und Christinnen. Er erinnerte daran, dass die Evangelisierung Europas wie in der Apostelgeschichte berichtet wird damit begann, dass sich die Purpurhändlerin Lydia taufen ließ und den von Kleinasien kommenden Apostel Paulus und dessen Gefährten ihr Haus zur Verfügung stellte.
Bischof Schwarz appellierte an die kfbö, mit ihren fraulichen Begabungen, mit Mütterlichkeit vom Herzen her das Gesicht Europas zu verändern. Es gelte "das Programm Christi, das Evangelium zur Darstellung zu bringen", indem Verkündigung durch das Zeugnis des eigenen Lebens geschehe. Denn "Glauben kann man nicht weitergeben, sondern nur neu anbieten". Dies könne einfach durch Zugegensein beim Menschen, Anteilnahme und Solidarität geschehen.
Kurzbiografien der Mitglieder des kfbö-Vorstands
Margit Hauft, stammt aus Wels, wo sie zehn Jahre den "Treffpunkt der Frau", ein kfb- Bildungs- und Begegnungszentrum, leitete. Von 1992 bis 2002 war sie Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung in Oberösterreich. In der Diözese Linz ist Hauft weiterhin Präsidentin der Katholischen Aktion und Vorsitzende des Pastoralrates und der Frauenkommission der Diözese Linz. Als einzige Frau gehört sie auch dem Konsistorium, dem engsten Beraterkreis des Diözesanbischofs an. Außerdem ist sie Präsidiumsmitglied der Katholischen Aktion Österreich, deren Teilorganisation die kfbö ist. Außerhalb der katholischen Kirche ist Margit Hauft im Stiftungsrat des ORF aktiv, wo sie das Land Oberösterreich vertritt.
Die 53jährige Erwachsenenbildnerin ist verheiratet, hat vier Töchter und einen Enkelsohn.
Helene Renner, 57, kommt aus Pöchlarn in Niederösterreich, wo sie sich von frühester Jugend an kirchlich engagierte. Die gelernte Apothekenlaborantin ist verheiratet, hat vier Kinder und zwei Enkelkinder.. Seit 1993 ist sie Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung und seit März 1999 Vizepräsidentin der Katholischen Aktion der Diözese St.Pölten. Auch sie gehört dem Präsidium der Katholischen Aktion Österreichs an.
Josefine Schlechter, 53, wohnt in Kössen, einer Gemeinde im Tiroler Anteil der Erzdiözese Salzburg. Sie ist als Erwachsenenbildnerin tätig, hat zwei Töchter, zwei Enkeltöchter und ist verheiratet. Seit 1997 leitet sie die kfb in der Erzdiözese Salzburg.




