Frauenweihe: aufteten statt austreten
Die Katholische Frauenbewegung Österreichs sieht im Konfessionswechsel von Frauen, die sich zu Priesterinnen weihen lassen wollen, keine dauerhafte Lösung des Problems. Eine Reform in der katholischen Kirche kann nur durch "Auftreten statt Austreten" erzielt werden. Diesem Weg fühlt sich die kfbö verpflichtet. Sie tritt deshalb dafür ein, dass sich die katholische Kirche im 21. Jahrhundert offensiv der Frage der Zulassung von Frauen zu Weiheämtern stellt, die theologische Forschung darüber intensiviert, alte Argumente aufgrund neuer Erkenntnisse überprüft und den Dialog darüber fördert. Das heurige "Jahr der Berufung" sollte dazu wesentliche Impulse geben. Vor allem sollte auch jene Frauen, die in der katholischen Kirche verwurzelt sind und eine Berufung zum priesterlichen Dienst verspüren, nicht die Hoffnung auf eine Öffnung und Weiterentwicklung der kirchlichen Weiheämter genommen werden. Berichte, denen zufolge Kardinal Schönborn Frauen, die sich weihen lassen wollen, den Wechsel zur evangelischen Kirche empfiehlt, lösen deshalb Befremdung und Betroffenheit aus. "Im Glauben an eine sich ständig erneuernde, lebendige Kirche müssen wir vielmehr gemeinsam um eine Lösung des Problems ringen und darum beten", meint die Vorsitzende der kfbö, Margit Hauft.
Weiheämter öffnen und weiterentwickeln
Für eine Öffnung und Weiterentwicklung der Weiheämter in der katholischen Kirche hatte sich die kfbö-Vorsitzende auch in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur "Kathpress" ausgesprochen. Hauft bezeichnete es als Ziel, dass es hinsichtlich der Zulassungsbedingungen zum Priesteramt zu einer Veränderung der Haltung des katholischen Lehramtes kommt. Dies sei eine Frage, in der im Evangelium keine eindeutigen Vorgaben erkennbar sind. Und die Tradition - die zweite Säule des Lehramtes - erlaubt nach Ansicht Haufts, Akzentänderung in Richtung Weiheämter für Frauen vorzunehmen, zumal es "gute Gründe für das Existieren von Diakoninnen in der Kirchengeschichte" gibt. Ein "Rede- und Denkverbot" über die Weiheämter kann "nicht angehen", betonte Hauft. Auch im Gottesdienst soll die "weibliche liturgische Handschrift" stärker zur Geltung kommen.
Ausbildungskurse für Frauen, die sich zum Priesterinnenamt berufen fühlen, und deren "Weihe" gegen bestehendes Kirchenrecht ist, sind jedoch "nicht unser Weg", erklärte Hauft gegenüber "Kathpress".
"Gemäß des christlichen Grundsatzes der gleichen Würde von Mann und Frau" setzt sich die kfbö für die Öffnung der kirchlichen Weiheämter ein. Sie beschreitet dabei einen Weg innerhalb der Kirche, ohne die "Dringlichkeit dieses Anliegens" besonders in den Ortskirchen Europas und Nordamerikas zu übersehen. Hochqualifizierte Frauen arbeiten heute haupt- und ehrenamtlich in der Seelsorge. Ihre Berufung zum pastoralen Dienst wird von den Gemeinden anerkannt und positiv gesehen: "Viele von ihnen wären für ein Weiheamt bereit," ist Hauft überzeugt.







