Selbstbewußt Frau sein
Die Katholische Frauenbewegung hat einen Klassiker der Frauenbildung aktualisiert. Das erfolgreiche, bereits von tausenden Frauen absolvierte Selbst-Bewusstsein-Seminar (SBS) wurde im Hinblick auf die Herausforderungen für Frauen im 3. Jahrtausend neu gestaltet. In acht zweistündigen Modulen werden Frauen auf unterschiedliche kreative Weise in Kleingruppen motiviert, ihre persönlichen Stärken und Schwächen auszuloten, Selbstzweifel zu überwinden und eigenständiges Handeln zu wagen. Besonderer Wert wird auf die Entdeckung von spirituellen Quellen und Schätzen des katholischen Glaubens gelegt, aus denen die Frauen Kraft zur Persönlichkeitsentwicklung schöpfen können. Die Seminarteilnehmerinnen setzen sich nicht nur mit dem veränderten Rollenbild der Frau im 3. Jahrtausend auseinander. Ihr Blick wird auch auf ein feministisches Gottesbild gerichtet, in dem die weiblichen, mütterlichen Aspekte hervorgehoben werden. Weiters bildet die Sensibilisierung für eine frauengerechte Sprache einen neuen Schwerpunkt in der aktualisierten Seminarreihe „Selbstbewusst Frau sein".
Vom Reagieren zum Agieren kommen
„Mit dieser Seminarreihe will die kfb Frauen Wege zu deren eigenen Möglichkeiten eröffnen und sie zum eigenständigen Handeln aus dem Erkennen der persönlichen Kompetenzen und Schwächen ermutigen", betonte die Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, Margit Hauft, bei der Präsentation der aktualisierten Seminarreihe am Mittwoch, 11. Mai, in Wien. Die Spannung zwischen der Notwendigkeit einer möglichst lückenlosen Berufsbiografie zur finanziellen Absicherung des Alters und dem noch immer greifenden alten Rollenbild, das Frauen von Erziehung-, Beziehungs- und Pflegearbeit kaum entlastet, erfordere ein verstärktes weibliches Selbstbewusstsein. „Die Frauen dürfen sich nicht länger einfach seufzend in diese Situation dreinschicken und sie damit festschreiben. Sie müssen von Reagieren zum Agieren kommen", forderte Margit Hauft.
Scharlatan-Syndrom überwinden
Schuld an dieser angepassten Haltung vieler Frauen sind oft tiefsitzende, spezifisch weibliche Minderwertigkeitsgefühle, meinte Anna Rosenberger, stv. Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung in der Diözese St. Pölten. Sie hat im Rahmen ihrer Ausbildung zur Erwachsenenbildnerin eine Diplomarbeit über das weibliche Selbstbewusstsein und diese kfb-Seminarreihe verfasst. Beim Pressegespräch in Wien verwies sie auf die deutsche Psychologin Eva Wlodarek, die weibliche Selbstzweifel als „Scharlatan Syndrom" bezeichnet. Denn viele Frauen seien von ihrer Inkompetenz überzeugt. Sie würden sich wie ein Scharlatan fühlen, der Souveränität nur vortäuscht. Alles, was sie bisher in ihrem Leben erreicht haben, sei auf glückliche Zufälle oder das Wohlwollen der Umgebung zurückzuführen.
Die Seminarreihe „Selbstbewusst Frau sein" wird von der Katholischen Frauenbewegung in ganz Österreich angeboten. Sie ist für alle interessierten Frauen offen und wird von geschulten Fachkräften je nach Bedarf in Pfarren, Bildungshäusern oder an privaten Treffpunkten durchgeführt. Die einzelnen, meist zwei Stunden dauernden Module dienen der Persönlichkeitsentwicklung, sind jedoch keine Therapie.
Interessentinnen wenden sich an ihre örtliche kfb-Gruppe oder an das diözesane kfb-Büro. Adressen und Links dazu gibt es im Internet unter www. kfb.at .



