Druckansicht - Freitag 30. Juli 2010
Christa Esterházy 80
(22.1.2008)
unknownChrista Esterházy, Österreichs große Dame der Entwicklungspolitik und der Ökumene, vollendet am 23. Jänner 2008 ihr 80.Lebensjahr. Die langjährige Mitarbeiterin der Katholischen Frauenbewegung profilierte sich als Leiterin des Referates für Entwicklungsförderung der kfbö mit der Aktion Familienfasttag zur international anerkannten Expertin. Kirche, Regierung, UNO, EU, internationale Dachverbände, Frauenorganisationen, entwicklungspolitische Gruppierungen, Initiativen zur Umsetzung der Menschenrechte usw., sie alle setzten in den vergangenen Jahren auf Christa Esterházy.

"Ihr Engagement für Entwicklungsförderung, für Ökumene und vor allem für die Frauen ist bis heute ungebrochen. Trotz zunehmenden Alters lässt sie nicht nach, ist immer bereit Neues zu wagen. Ihre Weltoffenheit und ihr Einsatz für benachteiligte Frauen in Asien genauso wie in Österreich sind eine Herausforderung für uns. Wir können viel von ihr lernen und werden immer wieder zum solidarischen Handeln durch sie ermutigt", erklärt Ingrid Klein, die als ehemalige kfbö-Vorsitzende lange Esterházys Weggefährtin war.

Frauen zur Selbsthilfe ermächtigen
Christa Esterházy  wurde am 23.Jänner 1928 in Wien geboren. 1975 kam die Witwe und vierfache Mutter zur Katholischen Frauenbewegung Österreichs. An der Seite von Prof.in Herta Pammer, der Pionierin  der  kirchlichen Entwicklungsförderung und langjährigen Vorsitzenden der kfbö, wurde sie bald selbst eine Expertin. Sie erkannte die Bedeutung von gezielter Frauenförderung für eine effiziente Entwicklungszusammenarbeit, setzte auf Bildung und Empowerment ­ also Stärkung, Ermächtigung ­ von Frauen, noch ehe dies wie heute ein international anerkannte Strategie wurde. Unter ihrer Leitung wurde die Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung die erste österreichische Initiative für frauenspezifische Entwicklungsförderung. Alljährlich werden im Rahmen dieser Aktion in der vorösterlichen Fastenzeit Spenden für Frauenförderungsprojekte in Asien und Lateinamerika gesammelt. Jahrelang wirkte Ersteházy in einer Arbeitsgruppe für Laos, Vietnam und Kambodscha der CICE, einer Dachorganisation von katholischen Hilfswerken. Ihre fachliche Kompetenz nützte auch die UNO, die sie nach Kambodscha  entsandte, um dort die ersten freien Wahlen vorzubereiten. Von 1989 bis 1997 war Christa Esterházy Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit (AGEZ) und setzte sich für ein zeitgemäßes österreichisches Entwickungsförderungsgesetz ein. Sie forderte eine Analyse der geschlechtsspezifischen Auswirkungen der geleisteten Hilfe, denn allzu leicht diene diese mehr den Männern als den Frauen. Bei der Weltfrauenkonferenz in Peking und auch gegenüber der österreichischen Regierung setzte sie sich für frauengerechte Entwicklungszusammenarbeit ein.

Wichtige Anliegen sind ihr bis heute Frauenbildung und Frauenpolitik. So gestaltete sie jahrelang die frühere Quartalsschrift für Führungskräfte der kfbö. Sie nahm an zahlreichen internationalen Frauenbegegnungen teil, die sie stets zum Knüpfen von neuen Kontakten und zum Aufbau von Frauennetzwerken nützte.
Große Verdienste erwarb sie sich auch auf dem Gebiet der Ökumene. Sie engagierte sich in der Arbeitsgemeinschaft Ökumenisches Forum christlicher Frauen und wurde dessen Vertreterin im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich.

Foto: Godany/kfbö
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Die Katholische Frauenbewegung Österreichs setzt sich im Arbeitsjahr 2009/10 mit einem verantwortlichen Lebensstil auseinander und motiviert Frauen zur Zukunftsgestaltung. 



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